Münzen in der Quellschale

sil

Von sil

Sa, 02. Juli 2016

Badenweiler

Volksglaube in Badenweiler?.

BADENWEILER (sil). Der Brauch, Münzen in den Trevi-Brunnen in Rom zu werfen, ist bekannt. Nun ist die bronzene Quellschale im neu gestalteten Inhalatorium in Badenweiler zwar nicht der berühmte Trevi-Brunnen in der Ewigen Stadt, doch auch in der Quellschale fanden sich kürzlich Münzen. Und begibt man sich auf die Suche nach einer möglichen Erklärung, dann stößt man auf einen alten Volksglauben und eine alte Quellgöttin.

Wie der Volksglaube besagt, stellen Münzen, die man in einen Brunnen wirft, das Dankeschön für erfüllte oder noch zu erfüllende Wünsche dar. Hintergrund für diesen Brauch war der Glaube, dass das Wasser göttliche Wesen in sich trage oder von Gottheiten an einem bestimmten Ort platziert worden sei.

"Der Großteil des Wassers, das wir heute sprudeln sehen, stammt aus der Römerzeit", sagte Hans Jürgen Scheurle vom Bürgerforum bei der Einweihung des Inhalatoriums im Januar. Zur Zeit der Römer in Badenweiler wiederum war deren Badanlage der Göttin Diana Abnobae geweiht. Laut Wikipedia war Abnobae eine Muttergöttin in der keltischen Religion. Sie personifizierte den Schwarzwald, galt als Beschützerin des Waldes, des Wildes, der Quellen und auch als Schutzpatronin der Heilquellen in Badenweiler.

Ob diese Hintergründe den Münzwerfern bekannt sind oder nicht, sei dahin gestellt. Dass sich mitunter Münzen in der Quellschale finden, ist der Gemeinde laut Auskunft von Hauptamtsleiter Florian Renkert bekannt: "Wir beobachten das."