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29. September 2016

Nahverkehrskonzept rückt in den Blick

Badenweilers Rat diskutiert Für und Wider von Abendbussen zwischen Müllheim und dem Kurort.

BADENWEILER. Intensiv diskutierte der Gemeinderat von Badenweiler bei seiner Sitzung am Montag über das Für und Wider von Abendbussen zwischen Müllheim und Badenweiler. Am Ende entschied er, dass es keine Wiederaufnahme von Abendbussen geben wird (wir berichteten). Mehrfach wurde allerdings ein Nahverkehrskonzept angemahnt.

Die Verwaltung hatte sich zuvor, auch aufgrund der enger werdenden Haushaltssituation, gegen die Wiederaufnahme der Abendbusse ausgesprochen. Ulrike Liebisch (Grüne) sagte dazu, die Gemeinde solle auch die enger werdende wirtschaftliche Situation ihrer Bürger berücksichtigen: Irgendwann könne sich manch ein Bürger kein eigenes Auto mehr leisten. Zudem hätte sich der Wunsch nach mehr Nahverkehrsangeboten auch bei den Bürgerbefragungen im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts "Badenweiler 2030" gezeigt.

Angelika Mehl (Grüne) hatte nachgerechnet. Bei 24 Fahrgästen belaufe sich Badenweilers Zuschuss auf jährlich 1,60 Euro pro Fahrgast und Tag. Für den künftigen ausgebauten Sportbadparkplatz komme sie auf einen Zuschuss von 17 000 Euro pro Jahr für 104 Parkplätze, die rund 75 Tage im Jahr genutzt würden. Dies entspreche jährlich 2,18 Euro Zuschuss pro Parkplatz. Nicht zuletzt entspreche die Gratisnutzung des ÖPNV mittels Konus-Karte für Kurgäste Gesamtkosten von 166 000 Euro im Jahr.

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Die Konus-Kosten seien niedriger, widersprach Bürgermeister Karl-Eugen Engler. Karl Heinz Zink (BfB/FDP) fügte hinzu, weitgehend zahle der Gast via Kurtaxe die Konus-Kosten. Er fand, es sei nicht gut für die Umwelt, nahezu leere Busse fahren zu lassen; zudem seien die Fahrpläne von Bus und Zug nicht aufeinander abgestimmt. Er regte eine Wiederauflage der Ruftaxis an. Diese gab es schon einmal; das Angebot wurde damals aber wegen geringer Nachfrage eingestellt. Claus Becker (FWG) befand, die Bahn sei im Nahverkehr eher unpünktlich, worunter der Anschluss vom Zug auf den Bus leide.

Andrea Wiesler (CDU) war für die Wiederaufnahme der Abendbusse auch an Wochenenden. Gäbe es ein beständiges Angebot, so ihre Meinung, dann würde es auch angenommen. Auch Hans-Dieter Paul (SPD) wollte die Wiedereinführung der Abendlinie, doch nur werktags. Ulrike Kießling (SPD) fand, ein Kurort wie Badenweiler sollte Abendbusse anbieten.

Andreas Düll, Dirk Beckert und Christian Baltes (alle CDU) waren aus betriebswirtschaftlichen Gründen dagegen. Alle drei, ebenso Mehl und Roland Nussbaumer (SPD) befürworteten aber die Erstellung eines Nahverkehrskonzepts, auch für die Ortsteile. Der Anstoß, so Nussbaumer, solle von der Verwaltung kommen.

Mehl habe im Oktober 2015 angeboten, sich mit alternativen ÖPNV-Konzepten zu befassen und Vorschläge zu machen; dies sei bislang nicht geschehen, so Bürgermeister Engler. Dazu sagte Mehl, die Bahn biete Unterstützung bei Nahverkehrskonzepten an: "Da muss man das Rad nicht neu erfinden." "Es ist schon richtig, wir brauchen ein Konzept", befand Engler. Er denke etwa an Mitfahr-Apps. Seinem Vorschlag, sich erneut über alternative Nahverkehrskonzepte zu informieren, stimmten alle Räte zu.

Autor: Silke Hartenstein