Mittelalterfest im Sonnenschein

Alfred Peter

Von Alfred Peter

Di, 27. Oktober 2015

Bahlingen

Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Bahlingen feierten mit vielen Besuchern.

BAHLINGEN. Beim alljährlichen "Kürbisfest" in der Wohnanlage Riedlen sorgten am Sonntagnachmittag sonniges Herbstwetter und milde Temperaturen für sehr guten Besuch. Gemeinsam hatten die dort arbeitenden Einrichtungen das Mittelalterfest auf die Beine gestellt, nämlich das ASB-Seniorenpflegeheim, das "Haus Johannes" der Caritas, die "Tagesstätte im Kaiserstuhl" und die Seniorenwohnanlage.

Der Jahreszeit entsprechend war die Anlage geschmackvoll mit Herbstblumen und Kürbissen geschmückt. Doch im Mittelpunkt stand unübersehbar das Thema Mittelalter, mit den Üsenberger Landsknechten und den Spielleuten "Skadefryd". Man muss schon das um 1200 gebräuchliche Mittelhochdeutsch beherrschen, um den Namen zu verstehen, denn er bedeutet "Schadenfreude", wie ein Mitglied der Gruppe gerne übersetzte. Damals zählten die Spielleute zu den unterdrückten Menschen, die jedoch mit ihren Gesängen die Herrschenden verspotteten. Zuhause ist die Gruppe in Bad Säckingen.

Engagiert hatte sie Susanne Lang von der Tagesstätte, denn im letzten halben Jahr war bei der Arbeit mit den betreuten Seniorinnen und Senioren das Mittelalter ein wichtiges Thema gewesen, wie die Menschen damals wohnten, was sie aßen. Ein größeres Fest im Jahr gehöre zum Programm, um sich auch der Öffentlichkeit zeigen zu können, so Lang. Gemeinsam hatte man einen Ritter aus Pappe gebaut, der am Sonntagnachmittag am Straßenrand stand und zum Fest einlud. Auch die Mitarbeiter der Einrichtungen hatten sich in mittelalterliche Gewänder gehüllt, bedienten die Besucher, backten mittelalterlichen Flammenkuchen oder spielten auf der gotischen Harfe. Gut besucht war den ganzen Nachmittag auch die Kaffeestube des ASB-Heimes.

Viel Aufmerksamkeit galt den Üsenberger Landsknechten, die ihren Namen von einem Adelsgeschlecht haben, das um 1200 Besitz am nördlichen Kaiserstuhl und im nördlichen Breisgau hatte und neben anderen Städten auch Kenzingen gründete. Die Landsknechte hatten im Innenhof ein großes Zelt aufgebaut und stellten ihre Waffen aus. Kinder konnten in eine Rüstung schlüpfen und Wurfspiele üben. Am Feuer bereiteten die Landsknechte ihr Essen: Fleisch mit Kraut.

Auch Angela Krams, die Repräsentantin der Gemeinde, war nach der damaligen Mode gewandet. Sie freute sich besonders, dass viele Besucher aus dem Dorf gekommen waren. Einen Sekt- oder Waffelstand habe man dieses Mal nicht aufgebaut, denn die habe es im Mittelalter auch nicht gegeben. Stattdessen bot sie Honigbrot und Honigwein an. Denn durch ihre Initiative war ein Imker mit einem Bienenvolk samt Königin zur Stelle, der Kindern wie Erwachsenen erklärte, wie Honig und Wachs entstehen. Kinder waren eifrig mit dem Drehen von Kerzen beschäftigt. Auch "Aachener Printe", ein Pilgerbrot, war sehr begehrt.