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23. Februar 2012 19:21 Uhr

WALDSHUT / DÖTTINGEN

Bald läuft das älteste AKW der Welt in der Schweiz

Direkt hinter der Grenze steht ein Technikmuseum der besonderen Art - das Schweizer AKW Beznau. Mit seinen 42 Betriebsjahren hält es bald den Rekord als ältester Meiler der Welt.

  1. Seit dem 1. September 1969 in Betrieb: das AKW Beznau Foto: KKB

Atomkraftgegner in Deutschland und der Schweiz haben die Abschaltung des Atomkraftwerks Beznau gefordert. Nach der beschlossenen Abschaltung des Atommeilers in Oldbury im Westen Englands werde das Schweizer Atomkraftwerk mit 42 Betriebsjahren in Kürze das älteste der Welt sein, erklärten die von zahlreichen Gruppen sowie von linken Parteien getragene Initiative "Menschenstrom gegen Atom" am Donnerstag.

Bereits seit längerem sei das AKW Beznau, das in Döttingen und damit weniger als zehn Kilometer von der deutschen Grenze steht, der älteste Druckwasserreaktor der Welt. Auf einer Pressekonferenz machten die AKW-Gegner Sicherheitsprobleme geltend: Die Notstromversorgung sei unzuverlässig, Reaktordeckel und die Stahlummantelung wiesen Risse auf.

Kritiker zählen Mängel auf, der Betreiber widerspricht

Der Betreiber, der Energiekonzern Axpo widersprach: "Die Sicherheit hat für die Axpo stets höchste Priorität", sagte ein Konzernsprecher der Schweizer Nachrichtenagentur sda. Axpo werde im AKW Beznau 700 Millionen Franken investieren – unter anderem für eine neue Notstromversorgung. Zudem würden Reaktordruckdeckel ausgewechselt, aber nicht weil sie defekt seien, sondern weil in vergleichbaren Anlagen Ermüdungserscheinungen beobachtet worden seien.

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Die Regierung in Bern hatte 2011 unter dem Eindruck der Fukushima-Katastrophe beschlossen, keine neuen Atomkraftwerke mehr zu genehmigen. Bei den bestehenden fünf Schweizer Atomkraftwerken rechnet sie mit einer Betriebsdauer von jeweils 50 Jahren. Damit müsste Beznau I erst 2019 vom Netz genommen werden, die Reaktoren Beznau II und Mühleberg (Kanton Bern) im Jahr 2022 sowie Gösgen (Kanton Solothurn) 2029 und Leibstadt (Kanton Aargau) 2034. Für eine vorzeitige Stilllegung gebe es keinen Anlass, erklärte ein Regierungssprecher.

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima wurden alle vier Schweizer Atomkraftwerke überprüft. Dabei wies Beznau diverse Sicherheitsmängel auf. Dazu gehörten unter anderem die unzuverlässige Notstromversorgung und der rissige Reaktordeckel. Die Untersuchungen sind noch nicht alle abgeschlossen. Bis zum 31. März müssen die Betreiber jetzt nachweisen, dass Sicherheit der Atomkraftwerke auch im Falle eines Erdbebens gewährleistet wäre.

Nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Natur Deutschland ist eine sofortige Abschaltung der Reaktoren in Beznau und Mühleberg unabdingbar.

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Autor: bz