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19. Februar 2014

Barsche erklären Vielfalt

Der Basler Forscher Walter Salzburger bewegt sich auf Charles Darwins Spuren.

  1. Anhand der bunten Schar von Barschen erforscht das Team der Universität Basel biologische Vielfalt. Foto: zvg

  2. Walter Salzburger Foto: zvg

BASEL (sda). Der Basler Forscher Walter Salzburger untersucht genauer, was Charles Darwin vor mehr als 150 Jahren unter anderem bei Galapagos-Finkenarten begann: wie sich die Gestalt von Lebewesen durch die Evolution an Lebensweisen anpasst. Dafür erhielt Salzburger einen mit 2,5 Milionen Franken dotierten Förderpreis des Europäischen Forschungsrats (ERC).

Der Zoologe von der Universität Basel hat zweitausend Buntbarsch-Arten, die in ostafrikanischen Seen leben, untersucht. Seine Arbeit präsentierte er am Wochenende bei der jährlichen Zusammenkunft der weltweit größten wissenschaftlichen Gesellschaft, der American Association for the Advancement of Science in Chicago. Die dreizehn Darwinfinkenarten auf den Galapagos Inseln sind für Biologen schon seit vielen Jahren das Paradebeispiel, wie biologische Vielfalt durch unterschiedliche Umweltbedingungen und Lebensweisen entsteht. Die Vögel unterscheiden sich vom Körperbau kaum. Ihre Schnäbel sind jedoch ganz anders gebaut, je nachdem, ob sie Nektar, harte oder weiche Samen fressen, Insekten aus dem Boden stochern, Früchte anpicken oder Blut von Seevögeln zapfen.

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Ähnliche Formenvielfalt sei bei den zweitausend Buntbarsch-Arten, die in Ostafrika im Tanganjikasee, dem Viktoriasee und Malawisee leben, entstanden, erklärte Salzburger gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Fischfresser etwa seien oft torpedoförmig wie ein Barrakuda und haben große Mäuler mit spitzen Zähnen. "Algenfresser sind kompakt gebaut und haben ein Gebiss, mit dem man gut Grünzeug von Felsen kratzen kann, und Planktonfresser haben Mäuler, die sie wie Pipetten ausstülpen", sagte er. Anhand dieser bunten Schar von Barschen kann Salzburger mit seinem Team gut erforschen, wie biologische Vielfalt entsteht. Im vom ERC geförderten Projekt wird er dafür alle Arten des Tanganjikasees genetisch, von der Lebensweise und dem Körperbau nach charakterisieren.

Salzburger fliegt mit seinem Team jedes Jahr mindestens zweimal für einen Monat nach Ostafrika, wo sie die Barsche in Netze treiben, angeln, mit Fallen fangen oder den einheimischen Fischern abkaufen. Es gäbe auf der Erde wohl kein anderes Beispiel, wo durch die Anpassung an unterschiedliche ökologische Nischen so viele Arten und große Vielfalt entstanden sind. Wenn sich die Umweltbedingungen ändern, weil etwa der Wasserspiegel steigt oder sinkt, hinterlasse das Spuren im Erbgut, erklärte der Biologe.

Autor: sda