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12. Oktober 2013

Nur geringe Schadstoffkonzentration

Keine Gesundheitsgefahr auf Sanierungsgelände in Hüningen

Auf Basis der Messergebnisse geben Basler Behörden Entwarnung wegen Sanierung in Hüningen.

  1. Novartis hatte die Sanierung des Areals der ehemaligen Industriekläranlage in Hüningen am 24. September unterbrochen; eine Fortsetzung steht jetzt nichts mehr im Wege. Foto: Annette Mahro

BASEL (BZ). Die Basler Behörden geben Entwarnung in Sachen Lindan (HCH). Wie berichtet wurden in Folge der von Novartis betriebenen Sanierung des Areals der früheren Industriekläranlage in Hüningen in Kleinbasel Spuren des Pestizids festgestellt. Zwar hätten die Ämter für Umwelt, Energie und Lufthygiene erhöhte Lindan-Belastungen nachgewiesen; diese stellten aber keine Gefahr für die Bevölkerung dar, heißt es in der Mitteilung. Von daher stehe der Fortsetzung der Ende September unterbrochenen Sanierung nichts im Wege; indes müssten sich die Behörden mit Novartis noch auf die Anpassung der Arbeiten verständigen.

Die Behörden haben seit Anfang September sowohl im Boden wie auch in der Luft Lindan-Konzentrationen gemessen. Die beigezogenen Experten schlössen aber eine Gefährdung der Bevölkerung aus, heißt es in der Medienmitteilung vom Donnerstag. So hätten die Messungen von 32 Bodenproben ergeben, dass an 24 Orten die Belastung mit HCH unter 100 Mikrogramm (ein Mikrogramm entspricht einem Millionstel Gramm) pro Kilogramm liege; an weiteren acht Standorten seien zwar erhöhte Werte zwischen 120 und 1400 Mikrogramm gemessen worden. Damit lägen die Resultat mit wenigen Ausnahmen deutlich unter dem in der Wegleitung Bodenaushub aufgeführten Prüfwert von 1000 Mikrogramm. Aus Sicht der Experten stelle diese Belastung kein Gesundheitsrisiko dar. Indes müssten "weitere Einträge vermieden werden". Darüber hinaus seien an drei Stellen am Altrheinweg angesichts der in kritische Bereiche tendierenden Werte in der obersten Bodenschicht auch aus tieferen Schichten Proben entnommen. Auch dort seinen bis zu 920 Mikrogramm des Pestizids pro Kilogramm nachgewiesen worden. Dabei handele es sich um Altablagerungen, die vermutlich aus der Zeit der ehemaligen offenen Deponierung stammten.

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Auch das Gesundheitsrisiko der in der Luft an drei Standorten gemessenen Schadstoffkonzentrationen sei sehr gering; für HCH waren dort Werte zwischen 8,5 und 77 Nanogramm pro Kubikmeter festgestellt worden; das läge unter dem Toleranzwert von 150 Nanogramm pro Kubikmeter und zudem seien die Werte nach Einstellung der Sanierungsarbeiten erwartungsgemäß deutlich gefallen. Würde man den Richtwert der Weltgesundheitsorganisation von 1000 Nanogramm pro Kubikmeter für Innenluft als Referenzwert nehmen, lägen alle Werte weit darunter. Die Auswertung des Staubniederschlags in der Luft, der zwischen dem 9. und dem 30. September an insgesamt acht Stellen genommen wurde, schließlich zeige, das die Belastungen auf dem Sanierungsgelände in Hüningen mit 356 Mikrogramm pro Quadratmeter und Tag am höchsten gewesen sei. In unmittelbarer Nähe auf der Großbasler Seite seien Werte zwischen 39 und 78 Mikrogramm pro Quadratmeter gemessen worden.

"Bevölkerung war zu keinem Zeitpunkt gefährdet"

In der Summe dieser Ergebnisse sei festzustellen, "dass die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt gefährdet war" halten den Behörden fest. Deshalb habe auch kein unmittelbarer Handlungsdruck zum Schutz der Bevölkerung bestanden. Dennoch habe das kantonale Amt für Umwelt und Energie der Stadtgärtnerei aus Vorsorgegründen empfohlen, den Sand in den Sandkästen im unteren Kleinbasel und im St.Johann- Quartier auszutauschen. Auf den Verzehr von Obst und Gemüse oder Kräutern müsse aber nicht verzichtet werden; gleichwohl empfehle es sich aber, diese sorgfältig mit warmem Wasser zu waschen.

Die weitere Sanierung werde noch mehrere Monate dauern. Der Wiederaufnahme der Arbeiten erfolge jedoch erst, wenn Novartis als Betreiber aufzeigen könne, dass die Belastung der Bevölkerung durch Staub, Luft und Gerüche stark reduziert wird, die Grenzwerte zur Überwachung der Deponieemissionen festgelegt sind und sich die französischen sowie die Basler Behörden mit Novartis über die Anpassungen einig seien.

LINDAN

Hexachlorcyclohexan (HCH), wie Lindan chemisch korrekt heißt, gehört zu den Chlorkohlenwasserstoffen. Früher war die Verwendung in Pflanzenschutzmitteln und in Medikamenten zur äußeren Verwendung beim Menschen - unter anderem zur Therapie von Krätze und anderen Hautkrankheiten – aber auch in der Veterinärmedizin zulässig. Seit 1980 wurde der Einsatz massiv eingeschränkt und von 2001 an wurde Lindan in der EU vom Markt genommen. Heute gehört das schwer abbaubare und gesundheitsschädliche Pestizid, zu den Stoffen, die die Stockholmer Konvention weltweit verbietet.  

Autor: BZ

Autor: bz