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15. März 2017 17:26 Uhr

Eröffnung

Mehr Platz: Neue Elefantenanlage im Zoo Basel

Mehr Abwechslung und mehr Platz für die Tiere: Die neue Elefantenanlage im Basler Zoo ist nach viereinhalb Jahren Bauzeit fertig. Die vier Elefantendamen haben ihr neues Zuhause bezogen.

  1. Mehr Platz auf verschiedenen Ebenen haben die vier Elefantendamen auf der neuen, rund 5300 Quadratemeter großen Tembea-Anlage im Basler Zoo. Foto: Zoo Basel (Torben Weber)

  2. Die neue Elefantenanlage in Basel Foto: Kathrin Ganter

  3. Die neue Elefantenanlage in Basel Foto: Kathrin Ganter

  4. Die neue Elefantenanlage in Basel Foto: Kathrin Ganter

Mehr Platz und mehr Abwechslung für die Tiere bietet die neue Elefantenanlage Tembea im Basler Zoo. Nach viereinhalb Jahren Bauzeit wird die 27 Millionen Franken teure Anlage am Samstag für die Besucher geöffnet. Die vier Elefantenkühe des "Zolli" haben ihren Teil bereits in Beschlag genommen.



Knack. Während Kurator Adrian Baumeyer der am Mittwoch im Basler Zoo versammelten Presse die Elefantendamen einzeln vorstellt, knuspert Maya einen Bambusstecken. Sie dreht ihn mit dem Rüssel hin und her, schiebt ihn sich ins Maul und beißt ab. Knack. Fressen ist ein wichtiges Thema in der neuen Elefantenanlage Tembea. Das Wort lautet aus Swahili übersetzt "wandern" oder "umhergehen" und das tun die Tiere dort, indem sie auf Futtersuche gehen. 121 Futterstellen gibt es auf der Anlage, erklärt Projektleiterin Heidi Rodel. 83 davon sind per Computer steuerbar. Mal senkt sich hier ein Kran mit einem Netz voll Heu herab, mal öffnet sich dort ein Loch, in dem eine Leckerei versteckt ist. Damit werden Malayky (46), Heri (41), Rosy (22) und Maya (23) beschäftigt.

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Schlamm und solarbeheizter Pool

Die Damen können aber auch im Schlamm oder im solarbeheizten Pool baden. Innen ist der Boden mit stabilem Gussasphalt bedeckt, draußen gibt es 3000 Kubikmeter Weichmaterial wie Sand, Böschungen zum Hoch- und Runterlaufen, Abschrankungen, um dahinter zu verschwinden und Bäume, die Schatten spenden werden. Die Afrikanischen Elefanten dürfen Löcher buddeln, die Tierpfleger müssen sie wieder zuschaufeln, erzählt Heidi Rodel. Seit August sind die Tierpfleger immer von der Herde durch ein Gitter getrennt. Das diene dazu, dass die Rangordnung untereinander nicht gestört werde, erklärt Adrian Baumeyer. Regelmäßig trainieren die Pfleger mit ihnen, dass sie auf Zuruf zum Gitter kommen und zum Beispiel einen Fuß durchs Gitter stecken. Falls der Tierarzt kommt oder Fußpflege ansteht.

Der Bulle fehlt noch – aber wohl nicht mehr lange

Einzig einen Bullen haben die vier Kühe derzeit nicht. Der Letzte musste nach Schweden umsiedeln, als die Bauarbeiten für die neue Anlage begannen. Noch in diesem Jahr soll wahrscheinlich ein Neuer kommen, kündigt Baumeyer an. Die Damen werden trotzdem unter sich bleiben: In ihrer Herde dulden sie keine erwachsenen männlichen Tiere.

In viereinhalb Jahren wurde die neue Anlage gebaut, in der die Elefanten rund 5300 Quadratmeter Platz haben. "Es geht aber nicht um die Größe der Fläche, sondern um das, was man daraus macht", sagt Heidi Rodel. Auf den 1000 zusätzlichen Quadratmetern haben die Elefanten neue Mitbewohner bekommen. Wanderratten, Zierfische, Afrikanische Krallenfrösche und Tellerschnecken – allesamt Tiere, für deren weltweite Verbreitung der Mensch verantwortlich sei, sagt Adrian Baumeyer. Ernetameisen sind auch mit dabei und für einheimische Vogelarten und Fledermäuse wurden zahlreichen Nisthilfen angebracht.

27 Millionen nur durch Spenden

Die kompletten Kosten von 27 Millionen Schweizer Franken seien komplett durch Spenden finanziert worden, sagt François Labhardt, Präsident des Patronatskomitees Tembea. Die größte Spende seien fünf Millionen Euro gewesen, die anonym gespendet wurden. Es sei, freut sich Labhardt, sogar noch Geld übrig, was der "Zolli" für neue Projekte verwerden könne. Und dringend brauche, denn Investitionen wie Tembea sind aus dem laufenden Betrieb nicht zu stemmen.
Eröffnungsfest

Am Samstag und Sonntag, 18. und 19. März, jeweils von 10 bis 17 Uhr, findet im Basler Zoo das Eröffnungsfest der neuen Anlage Tembea statt. Tierpfleger informieren aus erster Hand; das Spiel "Rüsseln: Bist du geschickt genug, um ans Futter zu gelangen?", und die Infoposten: Elefanten, Stoßzähne – das weiße Gold, Tembea in Zahlen und eine Zeitreise durch die Elefantenhaltung im Zoo Basel. Der Freundesverein Zoo Basel bietet ein Glücksrad an.

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Autor: Kathrin Ganter