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12. März 2015

Basel

Sonderausstellung "Fußball – Glaube. Liebe. Hoffnung."

Die neue internationale Sonderausstellung "Fußball – Glaube. Liebe. Hoffnung." des Museums für Geschichte in Basel.

  1. Der Rasen im Olympiastadion von Berlin, wo 2006 der Final der Weltmeisterschaft stattfand, wurde anschließend abgetragen, zerschnitten und in Kunstharz eingegossen. Foto: HMB/Natascha Jansen

BASEL. Warum ist die Stadt im Siegestaumel, wenn der FC Basel ein wichtiges Spiel gewinnt? Weshalb weinen gestandene Männer wenn der Ball im Tor landet? Wieso ist die Ceccaroni-Socke ein Heiligtum? Diesen und anderen Fragen widmet sich die neue internationale Sonderausstellung "Fußball – Glaube. Liebe. Hoffnung." des Museums für Geschichte in der Barfüßerkirche.

Auf den ersten Blick haben Fußball und Religion wenig miteinander zu tun. Doch beide sind von Ritualen und Symbolen geprägt, in Sportberichten ist von Wundern und Fußballgöttern zu lesen. Für Viele bestimmen Fußballveranstaltungen den Wochen- und Jahresrhythmus, Fans verbreiten Slogans wie "Fußball ist meine Religion". Fanclub statt Kirchengemeinde, Match statt Messe.

Das Historische Museum Basel hat dies jetzt gemeinsam mit dem Amsterdam Museum beleuchtet und die internationale Wanderausstellung "Fußball – Glaube. Liebe. Hoffnung." konzipiert. Auf Bildtafel geht es beispielsweise um Höhere Mächte, sind Fotos von Pfarrer zu sehen, die Stadien segnen, Stadienkapellen und betende Spieler abgebildet, andere Themen sind "Idole und Helden", "Orte des Geschehens" oder "Rituale". Da geht es um Fußballstadien als "Kathedralen des Sports", wie das Camp Nou in Barcelona, Europas größtes Fußballstadion, um Fangesänge und -choreografien.

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Auch das Thema Rivalität im Sport wird thematisiert. Seien es Stadtderbys wie das zwischen 1860 München und Bayern München, Regionalderbys wie zwischen dem Hamburger Sportverein und Werder Bremen samt den damit verbundenen Ausschreitungen oder zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund. Auch die Trauerkultur von Spielern und Fans durch Schweigeminuten oder Choreografien für verstorben Trainer, Spieler oder Fans wird in der Ausstellung wiedergegeben ebenso wie die Beziehung zwischen Sport und Politik.

Dabei setzt die Ausstellung ganz stark auf Multimedia. Der Fokus liegt auf Infotainment. Es gibt Bilder, Filme, Audiodateien zu Fußballhelden, dramatischen Spielen und inniger Hingabe, Fanartikel und Erinnerungstücke zeigen die faszinierenden Beziehungen zwischen Fußball, Religion und Gesellschaft. Es gibt ein interaktives Quiz, ein virtuelles Torwartspiel und man kann seine eigenen Panini-Bilder kreieren. Über neue Medien können Fans Fotos mit ihren größten Fußballmomenten senden, die dann in die Ausstellung mit eingebunden werden.

Die Ausstellung ist zwar ein internationales Projekt wird aber von Station zu Station individuell angepasst. Statt Ajax Amsterdam ist es in Basel der FC, statt um Nationalheld Johan Cruyff geht es um die örtlichen Fußballlegenden Karli Odermatt, Massimo Ceccaroni und Marco Streller. Start der Wanderausstellung war vergangenen Herbst in Amsterdam, nach Basel geht sie ins Focke-Museum in Bremen, das Stadtmuseum in Lyon, sowie nach Luxemburg und Barcelona. Den Abschluss bildet Moskau anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

"Fußball – Glaube. Liebe. Hoffnung.", Museum für Geschichte in der Barfüßerkirche, 13. März bis 16 August, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Autor: Michael Reich