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26. Oktober 2009 18:57 Uhr

Spurensuche

Was macht die Basler Herbstmess’ so einzigartig?

Beim ältesten und größten Jahrmarkt der Schweiz setzt man auf Tradition. Man weiß welche Ecken und Gerichte verzaubern, ja sogar bei den Fahrgeschäften setzt Basel auf Altbewährtes. Wir zeigen, warum sich der Weg trotzdem lohnt.

  1. Die Basler Herbstmess’ läuft noch bis zum 8. November. Foto: Hans-Jürgen Truöl

  2. Wir machen den Test: Was macht die Basler Herbstmess’ so besonders? Foto: Hans-Jürgen Truöl

DER SCHRÄGSTE GEWINN
Achtung Eltern, haltet eure Kinder fest, denn sie werden ihn alle haben wollen. Den Sponge-Bob-Prügel. Das ist ein aufblasbarer Gummiknüppel, den es an fast jeder Bude zu gewinnen gibt, egal ob beim Losen, Ballwerfen oder Fadenziehen. Und kaum ist der gewonnen und aufgeblasen werden damit die Schwester und Mama geärgert. Dabei ist noch gut dran, wer nur mit dem gelben Schwammgesicht eins übergezogen bekommt. Den Gummiknüppel gibt es nämlich auch mit hässlichen Knutschmündern oder sogar Marihuana-Pflanzen darauf. Das bringt so manchen Eltern den bösen Blick anderer Eltern ein, die sich vorbeidrängeln.

DAS LECKERSTE ESSEN
Gibt es immer noch auf dem Petersplatz. Es ist der Chäsbängel – ein ausgehöhltes Baguette gefüllt mit köstlichstem und sehr knoblauchhaltigem Käsefondue. Wenn der Chäsbängel-Song läuft, gibt es ihn sogar einen Franken günstiger. Auch beim Raclette, auf Toast, Silberzwiebeln oder Nudeln, macht man eigentlich an keinem der Stände etwas falsch. Das wissen auch die Basler – überall wo es Käse gibt, stehen lange Schlangen. Es wird im Rekordtempo das gelbe Gold geschabt und gefüllt. Aber Vorsicht: Erst nach den Fahrgeschäften zugreifen – denn der Magen ist hinterher garantiert übervoll. Und wenn trotz allem doch noch ein Nachtisch reinpassen sollte, dann muss es ein Beggenschmütz sein! Ein Schaumkuss in köstlichem Schokoüberzug in Kokosflocken getunkt. Die berühmten bunten Messmoggen sind ja auch als Päckchen zum Mitnehmen hübsch und können noch zu Hause die Zähne verkleben.

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DIE BESTEN FAHRGESCHÄFTE
Ganze zwölf Schweizer Franken kostet eine Fahrt mit dem Maxximum. Dafür hat man dann in den Kabinen eine Aussicht auf Basel wie vom Riesenrad – und verliert dabei auch noch die Orientierung, weil man wild hin- und hergewirbelt wird und ganz plötzlich ganz tief fällt. Ohne Aussicht aber genau so wild ist der Transformer. Er steht direkt gegenüber und kostet nur die Hälfte. Wer es gerne ganz ruhig mag, nimmt die Leu-Fähre um hinüber zum Münsterplatz zu kommen. Das ist zwar kein klassisches Fahrgeschäft, aber s’Fähre fährt anlässlich der Herbstmesse immerhin auch mindestens bis zehn Uhr abends und ist ein idealer Ruhepol. Man schaukelt, hört den urigen Fährmann, barfuß und mit Wollpulli von Basel erzählen und den Rhein plätschern. So erholen sich die Ohren von der 90er-Dance-Mucke an den Karussells.

WO MAN HERZHAFT LACHEN KANN
Eine unscheinbares Fahrgeschäft namens Tagada, eine hüpfende Scheibe an deren Rand man sich sitzenderweise festkrallen kann. Eigentlich nichts besonderes – hätte sich nicht eine Gruppe Jugendlicher genau dieses Gerät ausgesucht, um die eigene Coolness unter Beweis zu stellen. Sie sitzen nicht – sie stehen. Und wenn es die weiten Hosen und nur aufgelegten Mützen zulassen, wagen sie sogar Sprünge. Dieses Gewackel sieht lustiger aus, als so mancher Slapstick-Film, wird aber vom Rand aus fachmännisch und völlig ernst begutachtet – von den Kollegen nämlich. Allein schon, um dieses Schauspiel zu beobachten, lohnt sich der Besuch auf dem Kasernenareal.

SHOPPING AUF DER HERBSTMESS
Die Herbstmess ist nicht nur Rummelplatz in der ganzen Stadt, sondern auch Warenmesse. In den Messehallen gibt es von der neuen Skiausrüstung bis zu Waschmaschine und Whirpool Souvenirs für jeden Geldbeutel. Handwerk, Duftöle und getupfte Keramik gibt es dagegen zwischen den Essensständen auf dem Petersplatz. Dort in diesem Jahr besonders beliebt: eine Wollmütze, die den Kopf wie eine große Erdbeere mit Grünzeug aussehen lässt.

INFO
Die Herbstmesse findet bis am 8. November statt, auf dem Petersplatz bis am 10. November. Öffnungszeiten: Petersplatz 11 bis 20 Uhr; Barfüsserplatz, Münsterplatz und Kasernenplatz Sonntag bis Donnerstag 12 bis 22 Uhr, Freitag und Samstag 12 bis 23 Uhr; Messeplatz und Rosentalanlage Sonntag bis Donnerstag 11 bis 22 Uhr, Freitag und Samstag 11 bis 23 Uhr

Autor: Bianca Fritz