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15. Oktober 2011

Bilder, die (be)leben

Neue Ausstellung im Georg-Scholz-Haus: Gabriela Stellino beschreitet Sonderwege mit Aquarellen.

WALDKIRCH. Am morgigen Sonntag wird im Georg-Scholz-Haus eine neue Ausstellung eröffnet. Der Schwarzwald inspirierte Gabriela Stellino zu einer besonderen Herausforderung. Es entstanden Aquarellserien, die in Projektionsfilmen, untermalt mit Musik, die Pianist Fernando Viani eigens dafür komponiert hat, die Veränderungen einer betrachteten Landschaft nachzeichnen. Die Referenz-Skizzen und jeweils einige der Bilder aus den sieben zwischen 2002 und 2008 entstandenen Bildsequenzen, sind bis zum 27. November im Georg-Scholz-Haus (Merklinstraße 19) zu bewundern. Die Vernissage zur Ausstellung "Belebte Bilder" findet am Sonntag um 11 Uhr statt.

"Ich kam 2002 das erste Mal zum Aquarell", erzählte Stellino vorab im Pressegespräch. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die wahrgenommenen Veränderungen einer Landschaft durch Licht- und Atmosphärenveränderungen künstlerisch festzuhalten, sei ihr die Idee gekommen, Bilderserien zu erstellen, "die nach alter Trickfilmtechnik zusammengestellt werden". Die Horizontlinie diene als Referenz, was in den Skizzen deutlich zu sehen ist. Die verschiedenen bildnerischen Elemente der Landschaft präzisieren sich oder verschwinden allmählich, je nach Wechsel des darüber befindlichen Lichts oder der Nebel- und Dunsteinfälle. Pastelltöne dominieren in den Aquarellen, verdunkeln sich oder hellen auf, sparsam setzt Gabriela Stellino farbige Akzente. 50 bis 200 Einzelbilder, "von denen jedes einzeln, auch für sich allein funktioniert", malte sie für jede Sequenz. Nicht alle würden verwendet, und es sei jedes Mal eine schwierige Arbeit, "die Auswahl für eine audio-visuelle Komposition zu treffen".

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Stellino akzentuiert: "Die Projektion ist das Hauptwerk. Es handelt sich dabei um keine Improvisation. Die Bilder werden für den Film nicht verändert. Der Betrachter soll eine Einheit sehen." Unter diesem Gesichtspunkt treffe sie die Auswahl. "Die Bewegung ist das Hauptthema. Die Farben wachsen ineinander und die Technik verstehe ich als Werkzeug."

Mit der Musik von Fernando Viani wird das Werk komplett, wie die Vorführung von zwei Sequenzen auf dem Computer überdeutlich macht. Auch belegten diese Beispiele sogleich, charakterliche Unterschiede von Landschaften, visuell und akustisch. Die Besucher dürfen sich auf eine ganz besondere Kunst freuen, die nicht nur beeindruckt, sondern zugleich entspannt und inspiriert.

Gabriela Stellino wurde 1963 in Resistencia (Argentinien) geboren. Ihre Familie ist italienischen Ursprungs. An der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst Pridiliano Pueyrredon studierte sie Bildkomposition, Malerei und Zeichnung. Sie gewann während des Studiums mehrere Preise. Nach Abschluss des Studiums ging Stellino 1986 nach Brasilien. Dort schuf sie Skizzen aus dem Straßenalltag, die sie in plastische Arbeiten umsetzte. 1997 siedelte die Künstlerin nach Deutschland um, bezog Wohnsitz in Freiburg bis letztes Jahr, seitdem wohnt sie in Riegel. In den vergangenen Jahren hatte die Malerin zahlreiche Ausstellungen, vor allem mit den "Belebten Bildern", in der Region und in der Schweiz. Sie unterrichtet an der Kunstschule Offenburg und an der Akademie für Kommunikation in Freiburg.

Fernando Viani wurde ebenfalls in Argentinien, in Mendoza, 1969 geboren. Als Vorschüler wurde er mit 13 an der Musikhochschule von Cuyo angenommen. Während des Studiums gewann er bei renommierten Wettbewerben Preise und Medaillen. 1993 absolvierte er sein Diplom mit Auszeichnungen und siedelte 1994 nach Deutschland um, wo Viani sein Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe fortsetzte und 2002 das Konzertexamen mit Auszeichnungen abschloss. Viani tritt international solo, in Kammerorchestern oder als Liedbegleitung am Piano auf.

Die beiden Künstler lernten sich in Deutschland kennen und fanden laut Gabriela Stellino gleich Ansätze für ihre künstlerische Zusammenarbeit. Ihre Bildsequenzen animierten Fernando Viani, stimmige Begleitmusik zu komponieren.

Autor: Karin Heiß