12 000 Partikel pro Liter Eis

dpa

Von dpa

Sa, 28. April 2018

Bildung & Wissen

Mikroplastik in der Arktis.

Die Ergebnisse ihrer Messungen haben die Forscher selbst erstaunt: Im arktischen Meereis fanden sie so viel eingeschlossenes Mikroplastik wie nie zuvor. "Die höchste Konzentration haben wir in der zentralen Arktis gefunden, wo ein unmittelbarer Eintrag von Flüssen ausgeschlossen werden kann", sagte Ilka Peeke, Autorin der in Nature Communications veröffentlichten Studie. "Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Partikel so weit transportiert werden."

Die Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) hatten Proben untersucht, die von drei Expeditionen in den Jahren 2014 und 2015 stammten. Sie nutzten dazu ein spezielles Infrarot-Spektrometer, das die Mikropartikel mit Infrarotlicht beleuchtet und die reflektierte Strahlung analysiert. Auf diese Weise fanden sie in einem Liter Meereis teilweise mehr als 12 000 Mikroplastik-Teilchen. Mit der Methode ließen sich auch sehr kleine Teilchen aufspüren, erklären die Forscher. Peeken geht davon aus, dass die Teilchen sowohl aus dem Atlantischen Ozean als auch aus dem Müllstrudel im Pazifischen Ozean stammen.

Mehr als die Hälfte der im Eis eingeschlossenen Mikroplastikteilchen sei kleiner als ein zwanzigstel Millimeter. "Damit können sie problemlos von arktischen Kleinstlebewesen wie Wimperntierchen, aber auch Ruderfußkrebsen gefressen werden", so Peeken. Niemand wisse bislang, inwieweit dies den Tieren schade. "Wir wissen aber inzwischen aus vielen Laborstudien, dass zum Beispiel Muscheln Entzündungsreaktionen und Fische Verhaltensänderungen zeigen", sagte Mitautorin Melanie Bergmann vom AWI.