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17. August 2017

Statt sechs nur noch vier Schulen

Rektor Reiner Kaiser rät jedoch mit Blick auf die ungewisse Schülerzahlentwicklung, dass keine Schulschließung vollzogen wird.

  1. Fast fertig: die neue Schule in Binzen Foto: Mink

  2. Fast fertig: die neue Schule in Binzen Foto: Mink

  3. Die Wittlinger (links) und die Fischinger Schule werden nicht geschlossen, aber es findet dort nächstes Jahr kein Unterricht statt. Foto: Maier/Langelott

  4. Foto: Herbert Frey

KANDERTAL. Der vom Architekturbüro Moser geplante Umbau der Ganztagsgrundschule Vorderes Kandertal in Binzen geht dem Ende entgegen. Wenn die Schule am 11. September nach den Sommerferien wieder beginnt, steht das Schulhaus den Kindern zur Verfügung. Die Fertigstellung des Gebäudes hat derweil Folgen für zwei Außenortschulen des Gemeindeverwaltungsverbands: Sowohl in der Grundschule Fischingen, als auch in der Grundschule Wittlingen wird es im neuen Schuljahr keinen Unterricht mehr geben.

Mit der Entscheidung des aus sechs Gemeinden bestehenden Verwaltungsverbands Vorderes Kandertal zum Ausbau der Ganztagsgrundschule in Binzen war bereits klar, dass die Schulen in Wittlingen und Fischingen nicht mehr gebraucht werden, sobald das Binzener Schulhaus fertig ist. Allerdings soll eine Schließung der beiden Schulen noch vermieden werden, stattdessen setzt man auf eine Unterrichtspause. Im Fischinger Gemeinderats gab es neulich Diskussionen darüber, weil das nicht jedem Rat einleuchtete. Einige Gemeinderäte vertraten, man solle doch den Schnitt vollziehen, um das Fischinger Schulgebäude für neue Nutzungen parat zu haben. Letztlich stimmte das Gremium aber der einjährigen Unterrichtspause zu, um den Weg dafür freizumachen, dass der benachbarte Kindergarten ein Klassenzimmer nutzen kann.

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Verbandsschulrektor Reiner Kaiser hatte in einem Schreiben an den Gemeindeverwaltungsverband, das der BZ vorliegt, vor den Ferien ausdrücklich darum gebeten, "keine vorzeitige Schließung einer Außenortsschule zu veranlassen". Denn eine geschlossene Schule wiederzubeleben, ist nicht so einfach machbar. Reiner Kaiser hält in seinem Schreiben fest, dass die Entwicklung der Schülerzahlen für die kommenden Jahre kaum vorhersehbar sei. "Nach wie vor stellen wir fest, dass die Verbandsgemeinden im Hinblick auf den Zuzug junger Eltern mit schulpflichtigen Kindern äußerst attraktiv bleiben." An die Adresse der Verbandsversammlung, die über eine Schließung entscheiden müsste, richtet der Rektor daher die Bitte, keine Schließung anzustreben, sondern nur auf eine Unterrichtspause zu setzen.

Kaiser erklärt in seinem Schreiben auch, warum die Reduzierung der Schulstandorte von sechs auf vier für ihn nicht vermeidbar war. Es liegt vor allem daran, wie er deutlich macht, dass es weniger Lehrer gibt, die in größeren Einheiten besser zu verteilen sind als bei vielen kleinen Schulen. Für die Schule werde neben ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag die Betreuungsaufgabe immer wichtiger, so Kaiser. Werde ein Lehrer krank oder fehle aus einem anderen Grund, müssten Kollegen dessen Schüler mitbetreuen. Je weniger Lehrer aber zur Verfügung stehen, desto wichtiger werde die gute Verteilung. "Qualitativ hochwertiger und für alle am Schulleben Beteiligten zufriedenstellender Unterricht kann nur dann geleistet werden, wenn die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal gebündelt und eingesetzt sind", erklärt er die Standortreduzierung. Damit begegne man "der immer knapper werdenden Personalversorgung aufgrund fehlender Lehrkräfte durch das Land."

Ganztags- und Halbtagsklassen an vier Standorten

In der Binzener Ganztagsschule werden im neuen Schuljahr sechs Ganztagsklassen und vier Halbtagsklassen eingerichtet, neue Erstklässler kommen in zwei Ganztags- und einer Halbtagsklasse am 16. September hinzu. Die Schulen in Rümmingen und Eimeldingen werden als Halbtagsschulen fortgeführt, dort werden auch wieder Erstklässler eingeschult. In Schallbach sind zwei zweite Klassen untergebracht. Dort werden die Klasse aus Binzen und die Klasse aus Rümmingen weiter unterrichtet, die dort vergangenes Schuljahr mit Erstklässlern starteten.

Autor: Victoria Langelott