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18. August 2011
"Tom" soll fahren und gefallen
Bollschweiler Christian Czapek hat neuartiges Fahrzeug erfunden.
BOLLSCHWEIL. Mit "Tom" hat Christian Czapek aus Bollschweil Großes vor. Der Erfinder steht mit seinem Train Out Mobile (Tom), einem besonderen Fahrzeug, kurz vor dem Markteintritt. Dem seit drei Jahren laufenden Projekt gibt Czapek gute Chancen, den Markt auf einen Schlag zu erobern.
"Tom" ist ein Fortbewegungsmittel, das dank eines starken Akkus etwa 25 Kilometer weit fahren kann. Den Akku kann man danach in nur zwei Stunden wieder komplett aufladen. Das eigentlich Innovative an Czapeks Erfindung sind jedoch die vielen verschiedenen Möglichkeiten, die das neuartige Fahrzeug bietet. Vorne arbeitet immer die gleiche Zugmaschine – angetrieben von einem Elektromotor. Die Zugmaschine lässt sich durch Verstellen der Lenkerhöhe an die Bedürfnisse des Fahrers anpassen. Gas wird wie bei einem Motorroller gegeben und wird es auch genauso gebremst. Die Multifunktionalität des Fahrzeugs ergibt sich daraus, dass an diese Zugmaschine verschiedene Anbauten angehängt werden können.Als erste Variante gibt es eine Plattform, die das Fortbewegungsmittel zu einem Dreirad macht. "Das bietet schon den Vorteil, dass man an der Ampel nicht umfallen kann", meint der Erfinder. Doch die Plattform wird nicht nur hinter der Zugmaschine hergezogen. Sie dient auch als Lenkhilfe, die mit Bewegungen wie beim Skifahren bedient wird und in Kombination mit der vorderen Lenkung sehr kleine Kurvenradien ermöglicht.
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Das Fortbewegungsmittel soll für die ganze Familie Spaß und Nutzen bieten. Daher kann diese Plattform auch mit einem Sitz aufgerüstet werden und dient dann beispielsweise als Unterstützung im Alltag für ältere Menschen. Auf die Plattform kann aber auch komplett verzichtet werden. So kann man einen Sattel an der Zugmaschine befestigen, die einen dann auf Inline-Skates hinter sich her zieht. Besonders interessant ist ein Stepper, der beim Fahren die Beinmuskulatur trainiert und gleichzeitig den Akku auflädt. Das ist Christian Czapek sehr wichtig, denn er möchte "weg von der Steckdose".
"Tom" jedoch nur auf ein Fortbewegungsmittel zu reduzieren, das einen von einem Ort zum anderen bringt, wird dem Fahrzeug nicht gerecht. Es ist gleichzeitig ein Trainingsgerät, das den Körper während der Fahrt immer in einer gesunden Position hält.
Und "Tom" soll gefallen. Auf das Design des Fahrzeugs wurde von Anfang an großer Wert gelegt. Runde Formen und das Retro-Design sollen dafür sorgen, dass sich jeder von "Tom" angesprochen fühlt. "Das Design hat sich seit der Idee nicht verändert", erzählt der Erfinder, "die erste Zeichnung habe ich in einem Biergarten gemacht und dann so umgesetzt." Christian Czapek ist ein Schüler des bekannten Designers Luigi Colani, der für seine runden Formen bekannt ist. Seit etwa drei Jahren ist "Tom" das Hauptprojekt Czapeks.
Das Interesse an der Erfindung stieg dieses Jahr schlagartig an, als die Erfindung bei der Vergabe des Artur-Fischer-Preises Baden-Württemberg eine Auszeichnung erhielt. Czapek möchte allerdings trotz der positiven Reaktionen noch etwas warten, bis er seine Erfindung auf den Markt bringt – er will sich sicher sein, dass sie komplett ausgereift ist und keine "Kinderkrankheiten" mehr hat. Das Fortbewegungsmittel ist für Flughäfen sehr interessant und es gibt bereits Modelle, die man bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar sehen könnte. Czapek ist zudem überzeugt, dass seine Erfindung das Potential hat, ein Kultfahrzeug zu werden. Die Entwicklung von "Tom" ist aber nicht komplett abgeschlossen. Derzeit arbeitet Czapek daran, ein Winterfahrzeug daraus zu machen und es gibt sogar Ansätze für einen "Tom-air", mit dem man dann fliegen kann.
Autor: Milan Neugebauer


