99 Tonnen halten Landesstraße in Form

Stefan Limberger-Andris

Von Stefan Limberger-Andris

Fr, 22. September 2017

Bonndorf

Sanierung der L 170 Richtung Steinasäge kommt gut voran / Betonfertigteile zur Hangsicherung gesetzt / Fertigstellung bis 14. Oktober im Visier.

BONNDORF. Die Sanierungsarbeiten an der L 170 zwischen Bonndorf und Steinasäge liegen im Zeitplan, der Einbau der Betonfertigteile zur Hangsicherung erfolgte sogar etwas früher als geplant. Wilfried Fechtig, Bauleiter aus dem Baureferat Süd des Regierungspräsidiums Freiburg in Bad Säckingen, rechnet mindestens noch zwei Wochen, bis die neun, in der Summe 99 Tonnen schweren Elemente durch Stahlanker und Mikropfähle fest verbaut sind. Die Fertigstellung der Straße ist auf 14. Oktober terminiert.

Derzeit seien die Spezialfirmen, die derartige Straßensanierungsarbeiten ausführen, überlastet, erläuterte Wilfried Fechtig. Sollten bei den anstehenden Bohrungen zur Sicherung der Betonfertigteile an der L 170 keine Schwierigkeiten auftreten, könne der Zeitplan auf der Steinasäge-Strecke jedoch eingehalten werden. Sollten Probleme auftreten, sei ein Zeitpuffer von weiteren zwei Wochen vorgesehen. Nach Fertigstellung des Straßenaufbaus könne er sich eine vorläufige Öffnung der wichtigen L 170 auch ohne Schutzplanke lediglich mit Warnbarken für den Straßenverkehr vorstellen – allerdings mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer.

Tränkschotter bereitet zusätzliche Arbeit

Probleme bereitete den Straßenbauern in den vergangenen Tagen der sogenannte Tränkschotter, ein mit Pech getränkter Straßenschotter, der in den 1950er Jahren gerne im Straßenbau verwendet worden sei, so Wilfried Fechtig. Dieser Tränkschotter sei für die damaligen Tonnagen des Straßenverkehrs ideal gewesen, weil er sich nach Verformung durch starke Belastung später wieder ausdehnt. Allerdings wandern wasserlösliche Giftstoffe in den Unterboden. Auch im Unterbau der L 170 habe Tränkschotter das Ausbaggern zeitlich verzögert, weil das Aushubmaterial penibel von nicht kontaminiertem Material habe getrennt werden müssen. Probennahmen fürs Labor hätten eine Entsorgung des kontaminierten Materials sichergestellt.

Verkehrsteilnehmer teilweise unbelehrbar

Die eingesetzte Fachfirma gebe ihr Bestes, versicherte Wilfried Fechtig mit Blick auf schimpfende Autofahrer und Radwanderer, die sich über die "schleppende" Sanierung der Steinasäge-Strecke beschwerten. Gute, gewissenhafte Arbeit benötige jedoch ihre Zeit. Unverständnis zeigte er für verbale Anfeindungen der Arbeiter durch Autofahrer. Anfangs seien täglich bis zu 20 Fahrzeuge trotz Vollsperrung bis an die Baustelle herangefahren und hätten unverrichteter Dinge wieder wenden müssen. Bei derartigen baulichen Maßnahmen müssten Verkehrsteilnehmer eben auch mal Umwege von einigen Kilometern in Kauf nehmen, so Wilfried Fechtig.

Neun jeweils elf Tonnen schwere Betonfertigteile wurden am Mittwoch und gestrigen Donnerstag auf die ein Meter starke Untergrundverbesserung und die 20 Zentimeter starke Sauberkeitsschicht hangseitig gesetzt. Hierfür war millimetergenaue Maßarbeit vonnöten. Die Fugen zwischen den Blöcken, die mit PU-Schaum verfüllt wurden, durften nicht zu groß sein.

Insgesamt 18 Stahlanker, jeweils 32 Zentimeter stark und davon zwei je Betonelement, werden vertikal versenkt und acht Meter in den Unterboden getrieben – zwei Meter davon in den Fels. Jeweils ein Mikropfahl je Element, 15 Zentimeter im Durchmesser, insgesamt also neun Stück werden in einem Winkel von 45 Grad in den Unterboden der Straße getrieben – insgesamt neun Meter weit, davon mindestens vier Meter in den Fels. Diese Sicherungen sollen, so Wilfried Fechtig die enormen Scherkräfte auffangen, die insbesondere durch den Schwerlastverkehr über die Straßenkonstruktion hinaus auf den kompletten Hang wirken. Die aufwändige Untergrundverbesserung sei wegen der schwierigen Bodenverhältnisse wichtig gewesen.

Straßenseitig auf der Sauberkeitsschicht entlang der Betonfertigteile wird eine Drainagekonstruktion eingezogen, darüber ein Flüssigboden bis zur Oberkante der Betonteile eingefüllt. Auf die Fertigteile kommt schließlich noch eine Betonkappe, auf der später die Schutzplanke montiert werden wird. Erst nach Aufbringung der Schutzkappe kann die Straße wieder aufgebaut werden.

Die Kosten für die Sanierung des rund 30 Meter langen Teilstücks der L 170 Steinasäge belaufen sich nach Schätzungen des Baureferats im Regierungspräsidium auf 330 000 Euro. Im Oktober soll die Sanierung des 150 Meter langen Teilstücks der L 170 Schattenmühle beginnen. Die Kosten dort sind auf rund eine Million Euro veranschlagt.