Einsatz für den Erhalt des Dialekts

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Di, 28. August 2018

Bonndorf

Das Kulturgut "Alemannisch" muss bewahrt werden, meint Marion Adler und wendet sich an die Muettersproch-Gsellschaft.

BONNDORF. Nicht nur die Vorbereitungszeit der Fasnet, nein, auch die Sommerzeit ist für manch alt eingesessene Bonndorfer formidable Gelegenheit, sich über dies und das Gedanken zu machen. Bei Marion Adler drehen sich derlei Gedankenspiele häufig um das Bewahren von Tradition, beschaulichen Plätzen oder Bauwerken und freilich der Muettersproch.

Die Germania-Wirtin könnte sich beispielsweise gut vorstellen, das Kulturgut Alemannisch in irgendeiner Weise bei der Neugestaltung des Stadtgartens einfließen zu lassen. Bestärkt wurde sie darin, als jüngst ein Knirps bei ihr vorstellig wurde, um typische Dialektausdrücke zu erfragen. "Könnte man Muettersproch nicht generell in den Schul- oder Kindergartenalltag einfließen lassen?" Das wollte Marion Adler genauer wissen und wandte sich mit ihrem Anliegen an die Muettersproch-Gsellschaft.

"Könnte man", sagt Heidi Zöllner, Koordinatorin für Mundart in der Schule. Sowohl die alemannische Muettersproch-Gsellschaft" als auch der "schwäbische mund.art e.V.” fördern nämlich die Pflege des Dialektes an Schulen, indem sie Mundartkünstler finanzieren, die eine Doppelstunde Unterricht in alemannischer oder auch schwäbischer Mundart gestalten. 17 alemannische, 25 schwäbische sowie drei fränkische Autoren nehmen an diesem Projekt teil.

"Unser Einsatz für den Erhalt der Muttersprache wird auch bei offiziellen Stellen gerne gesehen", sagt Heidi Zöllner auf Nachfrage unserer Zeitung und fordert: "Wir müssen mit dem Vorurteil aufräumen, dass diejenigen, die Hochdeutsch sprechen, im Schulfach Deutsch besser sind." Sie ärgere sich darüber, dass Menschen, die nicht hochdeutsch sprechen, in den Augen Vieler weniger wert seien. Obschon es wissenschaftlich erwiesen sei, dass Kinder, die in den ersten Lebensjahren zweisprachig aufwachsen, später jede weitere Fremdsprache leichter erlernen. Auch wer parallel hochdeutsch und Dialekt spricht, wächst zweisprachig auf. Das ist offenbar Vielen gar nicht bewusst.

Marion Adler wundert sich derweil, wie viele alt eingesessene Schwarzwälder sich vom Dialekt abwenden. Andererseits freut sich die Wirtin, dass auch Zugezogene waschechtes Alemannisch reden: "Mir hän en Gascht mit russische Wurzle, der stellt mit sim Alemannisch alle in Schatte."

Für das neu beginnende Schuljahr schreiben die beiden Vereine übrigens einen mit insgesamt 2500 Euro Preisgeldern dotierten Mundartwettbewerb in Schulen aus. Unter dem Titel "Naseweis und wunderfitzig" möchten sie Kinder auf Mundart und Dialekt neugierig machen.

Näheres dazu findet sich im Internet unter: http://www.mundart-in-der-schule.de