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13. Oktober 2017

Jugend kommt für den Frieden zusammen

Schülerinnen und Schüler des elsässischen Collège René Cassin und der Realschule Bonndorf legen Gedenkkranz an Kriegsgräbern nieder.

  1. Isabelle Martin, Schulleiterin des französischen Collège René Cassin in Cernay, sprach bei der Gedenkfeier an den Kriegsgräbern auf dem Friedhof Bonndorf von der Pflicht der Jugend, die zwischen Frankreich und Deutschland gewachsene Freundschaft weiterzutragen. Foto: Stefan Limberger-Andris

  2. Die beiden Schüler Morgan Coubetergue vom Collège René Cassin Cernay und Leon Ganzhorn von der Realschule des Bildungszentrums Bonndorf legten einen Gedenkkranz an den Gräbern des Weltkriegs II auf dem Friedhof der Löwenstadt nieder. Foto: Stefan Limberger-Andris

BONNDORF. Die Jugend als Zukunft Europas habe die Pflicht, die Werte der gewachsenen Deutsch-Französischen Freundschaft weiterzutragen. Diese Worte von Isabelle Martin, Schulleiterin des Collège René Cassin im elsässischen Städtchen Cernay, sind die Kernaussage des Besuchs von 29 französischen Schülern auf dem Friedhof Bonndorf.

Dort legten die Gäste zusammen mit 21 Realschülern des Bildungszentrums Bonndorf, Bürgermeister Michael Scharf und Vertretern des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Union Nationale Des Combattants Du Haut-Rhin (U.N.C.) einen Gedenkkranz nieder an den Gräbern von im Weltkrieg II gefallenen Bonndorfern. Es war mittlerweile die vierte Gedenkfeier, die wechselnd auf französischen und deutschen Friedhöfen stattfindet. Als Initiator dieser Gedenkfeiern gilt Mario Cracogna, Präsident der U.N.C. de Cernay.

Es sei in diesen Tagen ein besonders wichtiges Anliegen, den Gedanken der Freundschaft weiterzutragen, wandte sich Michael Scharf auf dem Friedhofsgelände an die Schüler. Es lohne sich, die wunderbare Achse der Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland weiterhin zu bewahren. Es sei die Aufgabe der Jugend, den Gedanken der Aussöhnung weitergeben.

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Isabelle Martin dankte für den Aufbau der Partnerschaft in den vergangenen vier Jahren. Mit Blick auf die jüngsten Wahlen in europäischen Ländern sei es wichtig, wachsam zu bleiben. Die europäische Jugend besitze den Schlüssel der Zukunft, um die demokratischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern.

Es sei schön, dass es ein derartiges europäisches Symbol in Bonndorf gebe, freute sich Oliver Wasem, Geschäftsführer des Bezirksverbands Südbaden-Südwürttemberg des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Friedhöfe mit Kriegsgräbern seien Orte der Trauer und des Gedenkens, aber auch Orte, um zu erkennen, was geschehen kann, wenn Menschen nicht zusammenleben können oder wollen.

Auch Matthias Wider, Mitglied im Vorstand des Bezirksverbands Südbaden-Südwürttemberg, unterstrich die Bedeutung des Erinnerns, um daraus Hoffnung, Freundschaft und Lebensfreude wachsen zu lassen. Dafür müsse sich jeder aber immer wieder aktiv einsetzen.

Er möchte, dass die Pflege des Friedens zwischen Deutschen und Franzosen weitergehe, gab Mario Cracogna ein Herzensanliegen an die jungen Menschen weiter. Es erfülle ihn mit großer Freude, dass sich Schüler jedes Jahr zum Gedenken an die Opfer der Weltkriege versammelten. Er selbst sei nahe eines Friedhofs mit 7000 Kriegsgräbern aufgewachsen und habe sich in seiner Jugend immer wieder gefragt, was junge Deutsche antreibe, zur Pflege der Gräber anzureisen. Nun engagiere er sich selbst im U.N.C. Seine Eltern, so Mario Cracogna, stammten aus Italien und hätten sich entschieden, in Frankreich zu leben. Er trage nunmehr als dritte Nation auch Deutschland in seinem Herzen.

Die beiden Schüler Morgan Coubetergue aus Cernay und Leon Ganzhorn aus Bonndorf legten schließlich einen Gedenkkranz an den Gräbern der im Weltkrieg II Gefallenen nieder. Jochen Schäuble spielte dazu auf seiner Trompete eine Trauermelodie.

Begleitet wurden die jungen Franzosen von Isabelle Martin, der Geschichtslehrerin Laura Muller sowie der Deutschlehrerin Sandrine Koehrlen. Die Organisation auf deutscher Seite oblag Kathrin Banka, Fachschaftsleitung Geschichte der Realschule Bonndorf, sowie der Französischlehrerin Christine Jäger. Die jungen Franzosen fuhren nach einem kurzen Aufenthalt am Titisee wieder zurück ins Elsaß. Im nächsten Jahr werden Bonndorfer Schüler dann wieder nach Frankreich fahren.

Autor: Stefan Limberger-Andris