Die Spuren der Reichspogromnacht

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 02. Juni 2018

Breisach

Schüler der Hugo-Höfler-Realschule beteiligen sich an einem bundesweiten Wettbewerb.

BREISACH (BZ). "Erinnerung sichtbar machen: 80 Jahre Reichspogromnacht" ist ein bundesweiter Wettbewerb überschrieben. Im Rahmen ihrer Projektwoche beteiligten sich auch Schülerinnen und Schüler der Hugo-Höfler-Realschule mit ihren Lehrerinnen Anna Lindner und Regina Maußner daran.
Im November 2018 liegt die Pogromnacht 80 Jahre zurück. Dies ist der Anlass für den Wettbewerb der Initiative "Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet" (ZUM). Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen und das Gedenken an die Reichspogromnacht wachzuhalten. Die Sechstklässler der Hugo-Höfler-Realschule machten bei ihrer Spurensuche durch Breisach Erinnerungen sichtbar. Bei einem Besuch im ehemaligen jüdischen Gemeindehaus von Breisach, dem "Blauen Haus", und auf dem Synagogenplatz informierten die Fördervereinsvorsitzende Christiane Walesch-Schneller und die Kulturwissenschaftlerin Valeska Wilczek die Schüler über das jüdische Leben in Breisach sowie über unterschiedliche Familiengeschichten.
Wilczek unterstützte die interessierten jungen Zuhörer auch bei ihrer Recherche über jüdische Familiengeschichten. Die Ergebnisse werden als Bilder in einer Datenbank gesammelt, mit Ortskoordinaten versehen und via App vor Ort auf dem Smartphone sichtbar gemacht. Das System wurde von Rolf Mathis zur Verfügung gestellt. Er und sein Unternehmen "Future History" sorgen für die technische Umsetzung des Projektes "Erinnerung sichtbar machen". Zusätzlich zu Bildern können auch Audiodateien sowie Videos eingepflegt werden. Das System ermöglicht außerdem, an vielen bundesweiten Standorten zwischen Gegenwart und Vergangenheit bildlich hin- und herzublenden, im Internet und per App vor Ort.
Während der Spurensuche entdeckte der Schüler Luca Nowag auf dem alten jüdischen Friedhof eine deutsche Grabinschrift. Mit Besen und Kreide konnte er die verwitterte Inschrift lesbar machen. Dank Luca Nowag kann nun die Dokumentation des Landesdenkmalamtes (LDA) aus den 1990er Jahren zu diesem Grabstein von Babette Kleefeld, geborene Bergheimer, gestorben am 14. 2. 1849, vervollständigt werden.
Interessante und mitreißende Audioaufnahmen waren das Ergebnis von Interviews, die die Schüler mit Passanten auf der Straße führten. Dabei begegneten ihnen sogar Zeitzeugen, die von der Novemberpogromnacht in Breisach berichteten.
Bis zum Sommer 2018 können Schüler nach alten Bildern recherchieren, die das jüdische Leben darstellen und dieses durch Einstellen in eine Datenbank sichtbar machen. Auch Texte und Audiobeiträge sind willkommen. Die Sechstklässler der Hugo-Höfler-Realschule waren begeistert von ihrem Projekt. Sie werden auch künftig mit ihrer Lehrerin Anna Lindner weiter auf Spurensuche gehen.