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05. April 2013

Eine vierte Dimension

Der Straßburger Künstler Didier Guth zeigt im Radbrunnen in Breisach Drucke und Objekte.

  1. Drucke und Objekte des Straßburger Künstlers Didier Guth sind derzeit im Radbrunnen in Breisach auf dem Münsterberg zu sehen. Foto: Christine Aniol

BREISACH. Kaum Ecken und Kanten, ein anregendes Spiel von variantenreichen Formen und knalligen Farben auf 3 Etagen in 4 Dimensionen – so präsentiert sich die erste Ausstellung des Kunstkreises Radbrunnen im Jahr 2013 im Radbrunnen auf dem Münsterberg in Breisach. Dabei spielt der Raum, der Radbrunnen also, eine ganz besondere Rolle. Denn speziell für ihn hat der Straßburger Künstler Didier Guth seine Drucke und Objekte zusammengestellt.

Zahlreiche Besucher, darunter auch viele Kunstfans aus Frankreich, waren zur Vernissage in den Radbrunnen gekommen. Gut gelaunt und offen für einen Plausch über seine Kunst war Guth auf allen Etagen in der Ausstellung präsent und ließ vor allem eins zu: die persönliche Auseinandersetzung mit seinen Werken. "Jeder, der eine Arbeit sieht, macht etwas", sagt Guth. "Ich habe etwas gemacht, jetzt dürfen Sie – bitte schön!", forderte der Künstler die Besucher auf, die Drucke und Objekte aus der Nähe und der Ferne auf sich wirken zu lassen.

Zu entdecken sind in seinen Werken unter anderem Ausschnitte von Texten aus Wörterbüchern oder Teile von Straßenkarten, die er so stark vergrößert hat, dass sie als Fragment in dem Spiel aus Farbe und Form eine neue Bedeutung gewinnen.

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Welche das ist? Gefühlvoll führte Ari Nahor, der für die Ausstellungen im Radbrunnen verantwortlich ist, in die Ausstellung ein, ohne den Blick des Betrachters zu sehr in eine spezielle Richtung oder Art der Wahrnehmung zu lenken.

Auch die Farben – und was passt im Moment wohl besser in den tristen Vorfrühling als strahlendes Gelb, knalliges Rot oder schimmerndes Blau – spielen in Guths Werken eine wichtige Rolle. "Es entstehen teilweise Mischfarben. Auch deshalb lohnt sich der Blick aus der Nähe, wie auch aus größerer Distanz, welch ein Gewinn", sagte Nahor.

Lobende Worte erntete der Straßburger Künstler Guth schon bei der Begrüßung vom Vorsitzenden des Kunstkreises Radbrunnen, Emil Göggel. "Guths Drucke und Objekte antworten auf den Raum und gehen auf ihn ein. Man kann unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Er schafft mit seinen Werken eine 4. Dimension", fasste er zusammen.

Die Ausstellung von Didier Guth im Breisacher Radbrunnen ist noch bis Sonntag, 5. Mai, zu sehen. Die Öffnungszeiten: Freitag: 14 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage: 11.30 bis 13 und 14 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.kunstkreis-radbrunnen.de

ZUR PERSON: DIDIER GUTH

Geboren wurde Didier Guth 1951 in Straßburg. Hier lebt und arbeitet der Künstler noch heute. Guth studierte an der Universität in Straßburg Literatur und Kunstwissenschaft. Bis 2012 war er an der Universität in Straßburg als Kunstdozent tätig. Er veröffentlichte unter anderem mehrere Kunstbücher und ist heute weit über die Region hinaus auf beiden Seiten des Rheins bekannt. Seine Objekte, Bilder, Collagen und Installationen an Mauern und Häusern waren schon an vielen Orten zu sehen. Seit 1984 stellt Guth nicht nur in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg oder Italien seine Werke aus, sondern auch in China. Guth gehört zudem der Künstlergruppe Plakatwand Kunst aus Karlsruhe an. Seine großflächigen Plakatwände säumten beispielsweise das deutsche Ufer des Rheins zwischen Kehl und Straßburg.  

Autor: ca

Autor: Christine Aniol