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20. Januar 2016 15:14 Uhr

Vorbereitungsklassen an Breisacher Schulen

Erster Schultag für Flüchtlingskinder

21 Kinder von in Breisach lebenden Flüchtlingsfamilien erlebten am Dienstagmorgen im Theresianum auf dem Münsterberg ihren ersten Schultag.

  1. Kinder, deren Eltern in der Flüchtlingsunterkunft Murhau in Breisach wohnen, wurden am Dienstag im Theresianum willkommen geheißen. Foto: Kai Kricheldorff

BREISACH. Die 13 Jungen und 8 Mädchen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren wurden mit einem Lied, das die 3 und 4. Klassen im Treppenhaus der Grundschule sangen, begrüßt.

Täglich 2 Stunden
Rektorin Ingrid Klein und Lehrerin Roswitha Siegel hießen die Kinder im Theresianum willkommen. Dort werden sie täglich 2 Stunden in einer Vorbereitungsklasse (VKL) unterrichtet. Bis eine dafür kurzfristig vom staatlichen Schulamt eingestellte Lehrkraft ihren Dienst aufnimmt, unterrichten Mitglieder des Lehrerkollegiums der Grundschule die Kinder.

Rektorin Ingrid Klein erklärte auf BZ-Anfrage, dass trotz des zusätzlichen Unterrichtsangebots, Stundenausfälle in den Regelklassen weitgehend vermieden werden können. "Wir alle hoffen, dass wir für die Kinder baldigst eine konstante Lehrkraft am Theresianum begrüßen können, damit sie beständig eine vertraute Person für ihren Unterricht bekommen", heißt es in einer von der Schule ausgegebenen Pressemitteilung.

Mehrere Bewerbungen
Vor Beginn der Weihnachtsferien hatte sich das Theresianum entschieden, eine Vorbereitungsklasse für die schulpflichtigen Kinder einzurichten. Das Regierungspräsidium hatte daraufhin eine Lehrerstelle für die VKL ausgeschrieben. Nach Informationen von Sarah Karle, der Vorsitzenden des Elternbeirats am Theresianum, seien mehrere Bewerbungen auf die Stelle eingegangen. Dass sie noch nicht besetzt werden konnte, liege laut Karle daran, dass die Landesregierung die Gelder für die Vergütung der neu einzustellenden Lehrkräfte noch nicht freigegeben habe. Eine Einschätzung, die vom Regierungspräsidium Freiburg nicht bestätigt wird.

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Von den Eltern begleitet
Die Kinder aus den in der Breisacher Behelfsunterkunft wohnenden Familien kommen aus Afghanistan, Syrien, Irak, Iran und Georgien. Am ersten Schultag wurden sie von ihren Eltern zum Theresianum gebracht, auch Mitglieder des Breisacher Helferkreises begleiteten sie auf ihrem Schulweg. Für den heutigen Donnerstag haben sich Polizeibeamte angesagt. Sie wollen den Kindern in der VKL Verkehrsunterricht erteilen und sie anschließend auf den Weg in die Behelfsunterkunft begleiten, um besondere Gefahrenstellen auf dem Weg zur Schule aufzuzeigen.

Matthias Henrich, stellvertretender Pressesprecher des Freiburger Regierungspräsidiums (RP), teilte auf BZ-Anfrage mit, dass Staatliches Schulamt und RP die betreffenden Schulen und Gemeinden frühzeitig davon in Kenntnis setzen, wenn eine Vorbereitungsklasse eingerichtet wird. Den Schulen und Bürgermeistern stehe es dann frei, Schülereltern und Öffentlichkeit darüber zeitnah zu informieren.

Mindestens 10 Schüler
Vorbereitungsklassen werden ab einer Mindestzahl von 10 Schülern aufgemacht, die maximale Klassenstärke beträgt 25 Schüler. Kinder von Flüchtlingen im schulpflichtigen Alter haben nach Eintreffen in Deutschland das Recht, eine Schule zu besuchen. Nach sechsmonatigem Aufenthalt gelte für sie die allgemeine Schulpflicht, erklärte Henrich.

Weitere Klasse
Eine weitere Vorbereitungsklasse für 24 Schülerinnen und Schüler hat nach den Weihnachtsferien auch in der Hugo-Höfler-Realschule aufgemacht. Die Begrüßungsansprache von Schulleiter Christoph Wolk wurde ins Arabische und Kurdische übersetzt, anschließend erkundete die VKL mit Unterstützung von Schülern der Klasse 9 g die Schule. An der Schule werden jetzt insgesamt über 50 Schüler in derzeit 2 VKL unterrichtet. Eine Lehrerin hat dafür bereits ihren Dienst aufgenommen, eine weitere Lehrkraft wird Anfang Februar die zweite VKL übernehmen, sagte Manuela Schmitt, die stellvertretende Schulleiterin, der BZ.

Autor: kff