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20. Februar 2015 17:00 Uhr

Breisach

Hilfe, wo sie am meisten gebraucht wird

Der Runde Tisch für Mitmenschlichkeit spricht von einer "riesengroße Welle der Hilfsbereitschaft" für Flüchtlinge in Breisach. Aus der Bevölkerung kommen zahlreiche Spenden und Angebote.

  1. Im „Campus der Kulturen“ beim Europaplatz sind in Breisach Flüchtlinge untergebracht. Foto: Thomas Rhenisch

  2. Den in Breisach untergebrachten Flüchtlingen wird von der Bevölkerung die Hand gereicht. Foto: dpa

Der Vorsitzende des Runden Tischs für Mitmenschlichkeit in Breisach, Berthold Bock informierte in einem Pressegespräch zusammen mit Roman Siebenhaar, dem Vorsitzenden des Fördervereins Runder Tisch, über einzelne Projekte, die nun mit den Geld- und Sachspenden, die in den vergangenen Monaten eingegangen sind, umgesetzt werden sollen.

Runder Tisch kanalisiert Spenden

Es gebe eine große Zahl von Spendenwilligen, die mit Geld- und Sachleistungen den Flüchtlingen in Breisach helfen wollten, sagte Bock. Die Aufgabe des Rundes Tisches bestehe darin, die Spenden zu kanalisieren und dort wirksam werden zu lassen, wo sie am meisten gebraucht werden. Dies geschehe in enger Abstimmung mit den beiden Sozialpädagogen des Landratsamtes, die die Flüchtlinge in den Breisacher Unterkünften betreuen. An direkte Zuwendungen, etwa Geldleistungen für einzelne Asylbewerber, sei jedoch nicht gedacht.

Kooperationspartner bei der Hilfsaktion ist auch der Tafelladen, der vor Jahresende mit Kleiderspenden von Bürgern "geradezu überrollt wurde", wie Bock sagte. Tafelladen und Runder Tisch haben sie inzwischen an Flüchtlinge verteilt, die Bedarf an Winter- und Kinderbekleidung haben.

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Unterstützung für Vereine

Die eingegangenen Geldspenden sind vom Runden Tisch für verschiedene Projekte zur Verfügung gestellt worden. 400 Euro gingen an den SV Breisach, der damit zwei Parzellen Kunstrasen für die beiden Hartplätze am Stadion finanzieren kann. Der Jugendclub Casino des Stadtjugendrings erhielt 800 Euro für die Anschaffung von Fußballtoren und Basketballkörben.

Die Breisacher Außenstelle des Vereins "SOS Werdende Mütter" bekam 800 Euro für die Anschaffung von Kinderwagen, Buggys, Fahrradsitzen für Kleinkinder und Kinderbekleidung. Mit 200 Euro wird die Anschaffung von Schallschutzwänden für die Gesprächszonen in der Drogenberatung "Cobra" in der Kupfertorstraße unterstützt. "Diese Spenden kommen teilweise auch Flüchtlingen zugute, die diese Einrichtungen nutzen", ergänzte Fördervereinsvorsitzender Roman Siebenhaar.

Bänke und Sportgeräte

Für 450 Euro wird am "Campus der Kulturen" am Europaplatz eine Sitzbank aufgestellt. Zusammen mit einer Bank, die Nachbarn der Flüchtlingsunterkunft gespendet haben, erhält sie ihren Standort im Umfeld des Pavillons der Zimmererinnung, die von Auszubildenden auf dem Breisacher Weinfest erbaut worden war, und den die Innung zur Aufstellung in der Außenanlage des Hauses spendete. 600 Euro spendete die Künstlerin Heidelore Goldammer aus dem anteiligen Verkaufserlös ihres Kunstkalenders (die BZ berichtete). Damit wird der Runde Tisch demnächst Spiel- und Sportgeräte anschaffen, die von den Bewohnern der beiden Flüchtlingsunterkünfte in der Freizeit genutzt werden können.

Flüchtlinge spielen beim SV mit

Als Vorsitzender des SV Breisach und Mitglied des Runden Tisches, engagiert sich Bernd Werneth für die in Breisach lebenden Flüchtlinge. Neben dem Stürmer Arsène Ngono Eba`a aus Kamerun (BZ berichtete) spielen in den Fußballteams des Sportvereins noch drei weitere junge Spieler, die im "Campus der Kulturen" leben. "Wir sind interessiert daran, dass, wenn die jungen Männer Bleiberecht erhalten, sie auch in Breisach eine Wohnung bekommen, damit sie dem Verein als Spieler erhalten bleiben und der Kontakt zu ihnen nicht abbricht", sagte Werneth.

Große Hilfsbereitschaft

Berthold Bock dankte ausdrücklich den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich in den Helferkreisen engagieren und mit Sprachunterricht, Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen, gemeinsamen Unternehmungen und vielen anderen Unterstützungen zur Integration der Flüchtlinge beitragen. Den Kreis der Helfer in Breisach, die über einen längeren Zeitraum aktiv sind, bezifferte Bock auf etwa 30 Personen. Ferner engagierten sich auch Vereine, Organisationen und Kirchenkreise dauerhaft in der Flüchtlingshilfe.

Um Verständnis baten Bock und Siebenhaar dafür, dass manche Sachspenden für die Flüchtlinge nicht angenommen werden können. "Die Flüchtlingsunterkünfte unterliegen strengen Brandschutzbestimmungen, deshalb können wir keine Möbelspenden annehmen", erklärte Bock. Diese Haltung könnte sich aber schon bald ändern, nämlich dann, wenn Flüchtlingen in Breisach das kürzlich erleichterte Bleiberecht zugesprochen wird und sie auf dem Wohnungsmarkt eine Unterkunft finden müssen. "Dann werden Möbelspenden sicherlich willkommen sein", sagte Bock.
Kontakt und Info:

Geschäftsstelle des Fördervereins Runder Tisch für Mitmenschlichkeit, E-Mail: babs.boehm@gmx.de

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Autor: Kai Kricheldorff