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11. September 2015 15:08 Uhr

Ein spannendes Schuljahr steht bevor

In Breisach startet die Gemeinschaftsschule

Der Breisacher Julius-Leber-Schule steht ein spannendes Schuljahr bevor. Am Dienstag, 15. September, startet mit der Begrüßung der Fünftklässler die Gemeinschaftsschule.

  1. Schulleiter Siegmund Früh und Konrektorin Ellen Bastian freuen sich darauf, dass die neuen Lernateliers bald von Schülern genutzt werden. Foto: Agnes Pohrt

BREISACH. Am Mittwoch, 16. September, beginnt zudem für 59 Erst- und Zweitklässler die Ganztagsschule. Auch das ist ein ein Novum in der Breisacher Schullandschaft.

Neue Angebote kommen gut an
Die Julius-Leber-Schule (JLS) hat insgesamt 607 Schüler. "Damit sind wir mit der Landeck-Schule in Bad Krozingen die größte Grund- und Sekundarschule im Landkreis", erläutert Schulleiter Früh, der die steigende Schülerzahl auch auf das neue Ganztagsangebot und die Gemeinschaftsschule (GMS) zurückführt. Für die Ganztagsschule in der Grundschule wurden 59 Kinder angemeldet (33 Erst- und 26 Zweitklässler). Es gibt drei Ganztagsgruppen. 80 Erst- und Zweitklässler besuchen die Regelschule und sind wie bisher halbtags an der Schule. Hinzu kommen noch die 33 Regelschüler der Klassen 1 und 2 in Gündlingen. Für die GMS wurden 44 Schüler angemeldet. Die GMS ist zweizügig. "Mit der Ihringer Neunlindenschule gibt es fünf Gemeinschaftsschulklassen am Kaiserstuhl", freut sich Rektor Früh – ein deutlicher Beweis, dass der Bedarf vorhanden sei.

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Ganztags in der Grundschule
"Viele Eltern haben ihre Kinder nicht nur für die Ganztagsschule von 8 bis 16.10 Uhr angemeldet, sondern gleich für das Gesamtpaket mit Zusatzbetreuung von 7.30 bis 17 Uhr von Montag bis Freitag", berichtet Konrektorin Ellen Bastian, die im Leitungsteam der JLS schwerpunktmäßig für die Grundschüler zuständig ist, unterstützt von Sozialpädagogin Susanne Nußbaumer. Vormittags werden in den Grundschulklassen alle Kinder gemeinsam unterrichtet. Ab 13.10 Uhr beginnt mit dem Mittagessen in der Schulmensa die Ganztagsbetreuung. Schon beim Mittagessen werden die Kinder von Sozialpädagogen betreut. Es folgt die individuelle Lernzeit, in der die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen. In der 9. und 10. Stunde steht die Projekt- und Angebotszeit auf dem Stundenplan. Es gibt musische, sportliche, künstlerische sowie Leseprojekte. Außerdem ist die Schule mit der Ballettschule Lehr und der Jugendmusikschule eine Kooperation eingegangen. Lehrer der Jugendmusikschule betreuen den Schulchor der Grundschule und die musikalische Grundausbildung der Kinder. Für diese Angebote müssen die Eltern eine Gebühr bezahlen, alle anderen Projekte sind kostenlos.

Bei den Hausaufgaben wie auch bei den Projekten stehen den Schülern Lehrer und Sozialpädagogen zur Seite. Für den Ganztagsbetrieb wurden der JLS zusätzliche Lehrerstunden genehmigt. Die Lehrer werden künftig von morgens bis 16.10 Uhr an der Schule sein. Im Schuljahr 2015/16 profitieren nur die Erst- und Zweitklässler vom Ganztagsangebot, im nächsten Schuljahr kommen die Drittklässler dazu und ab dem Schuljahr 2017/18 können auch die Viertklässler an der JLS ganztags unterrichtet werden. "Ganztagsschulen sind nicht an einen Schulbezirk gebunden", erläutert Konrektorin Bastian. Man sei aber in einem intensiven Austausch mit den Nachbarschulen. "Wir sind an einer gleichmäßigen Verteilung der Schüler interessiert", betont auch Schulleiter Früh.



Neue Inklusionsschüler
Im neuen Schuljahr werden in der JLS auch Inklusionsschüler unterrichtet. Ein Erstklässler sei auf den Rollstuhl angewiesen, berichtet Bastian. Das Kind werde von einem Schulbegleiter unterstützt. Auch drei Schüler mit Empfehlung für die Förderschule besuchen die Grundschule. Hier stehe man in Kontakt mit der Albert-Förderschule in Ihringen.

Die Gemeinschaftsschule
Viele Eltern würden ihre Kinder gezielt für die GMS anmelden, weil in dieser Schulart die Kinder ihrem jeweiligen Niveau entsprechend unterrichtet werden, erklärt Früh. Die GMS vereint Haupt-, Realschule und Gymnasium. Um dies zu gewährleisten, wird an der JLS erstmals auch eine Gymnasiallehrerin arbeiten, die Englisch und Französisch unterrichtet. Seit Jahren schon gibt es an der JLS eine Werkrealschule. Im zweiten Jahr werde das Kollegium noch durch einen ausgebildeten Realschullehrer für Mathematik und Naturwissenschaften erweitert, informiert der Schulleiter. Auch die GMS profitiere vom Team der Ganztagsschule.

Bewertungen statt Noten

In der GMS ist Ganztagsunterricht an drei Wochentagen verbindlich. Statt Noten gibt es ausführliche Beurteilungen – "das ist differenzierter", sagt Früh. Wenn ein Schulwechsel ansteht, im Abschlusszeugnis oder auf besonderen Wunsch vergeben die Lehrer auch Noten. Die Gemeinschaftsschüler werden von einem Klassenlehrerteam unterrichtet. Es gibt auch Frontalunterricht. Neu sind aber die freien Arbeitsphasen. Die Lehrer stellen für jeden Schüler das geeignete Material zusammen. "Es geht darum, zu fordern, aber nicht zu überfordern", erklärt Schulleiter Früh, der im Leitungsteam, unterstützt von Sozialarbeiter Thomas Ingenhoven, vor allem für die GMS zuständig ist.



Lernateliers und Arbeitsinseln

An der JLS gibt es drei Lernateliers. In der GMS gilt das Prinzip des offenen Klassenzimmers. Zwei Klassenräume sind miteinander verbunden zu einer Einheit. Lehrerteams können so klassenübergreifend betreuen. Pro Einheit sind zwei Lehrer und zwei Sozialpädagogen zuständig. Auf allen Fluren der Schule wurden Arbeitsinseln geschaffen. Hier können die Schüler in Gruppen arbeiten. Auch für die Grundschüler soll es bald Lerninseln in den Klassenzimmern geben.

Etliche Räume fehlen noch

An der JLS fehlen noch etliche Fach- und Ganztagsräume. Räume im Ganztagsgebäude, die als Rückzugs und Ruhemöglichkeit für die Schüler vorgesehen waren, müssen als Klassenzimmer zweckentfremdet werden. Die Pavillons der JLS werden von der Hugo-Höfler-Realschule genutzt, wo der Raummangel ebenfalls groß ist. Noch schwieriger werde es in zwei Jahren, wenn drei Klassen aus der Außenstelle Montessoristraße an die JLS kommen. Es gebe aber langfristige Planungen mit der Stadt, informiert die Schulleitung, die Stadt investiere viel in die Schule.

Autor: apt