Proteste beim Wahlkampfauftakt der AfD in Breisach

Kai Kricheldorff und Thomas Steiner

Von Kai Kricheldorff & Thomas Steiner

Sa, 01. April 2017

Breisach

Spitzenkandidatin Alice Weidel sprach in der Spitalkirche / Rund 100 Demonstranten kamen zur Kundgebung auf den Marktplatz.

BREISACH. Knapp 100 Teilnehmer zählte eine Protestkundgebung, die am Donnerstagabend auf dem Breisacher Marktplatz gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD stattfand. Der Freiburger Kreisverband der Partei hatte zum Auftakt seines Bundestagswahlkampfs die baden-württembergische Spitzenkandidatin Alice Weidel in die ehemalige Spitalkirche eingeladen. Polizeiangaben zufolge hatten die Veranstalter im Vorfeld mit rund 300 Teilnehmern gerechnet.

Zu der Kundgebung hatten unter anderem der DGB, der SPD-Kreisverband, die Partei Die Linke und das Freiburger Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" sowie die Studentenvertretung der Uni Freiburg aufgerufen. Die meisten Teilnehmer waren mit der S-Bahn aus Richtung Freiburg angereist. Vom Bahnhof marschierten sie zum Marktplatz, flankiert von einem starken Polizeiaufgebot.

"Nationalismus ist keine Alternative", betonten Redner auf der Kundgebung. Der AfD warfen sie rassistische Ausgrenzung, frauenfeindliche Diskriminierung sowie die Förderung der Atomenergie vor und warnten vor einer Erstarkung des Faschismus. Unter den Rednern war auch der Breisacher Gustav Rosa, Initiator der Mahnwachen für die sofortige Abschaltung des Kernkraftwerks Fessenheim. Laut Polizei gab es keine Zwischenfälle.

In der Spitalkirche, die im Gegensatz zu früheren AfD-Veranstaltungen dort nicht voll besetzt war, wurde Alice Weidel von Volker Kempf begrüßt, dem AfD-Direktkandidaten bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Freiburg, zu dem auch Breisach gehört. Die Unternehmensberaterin ging in ihrer Rede auf die gängigen Themen der AfD ein. Die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel bezeichnete sie als einen "historischen Rechtsbruch". Mit Blick unter anderem auf von Flüchtlingen begangene Sexualdelikte in Deutschland forderte sie: "Es muss rigoros und kostengünstig abgeschoben werden." Die Willkommenskultur in Deutschland bezeichnete sie als "lächerlich und krank".

Starke Worte benutzte Weidel des Öfteren. Die Europolitik der Bundesregierung sei "komplett plemplem". Durch das Target-2-Zahlungssystem, dem die Zentralbanken der Euroländer und die Europäische Zentralbank angehören, finanziere Deutschland seine Exporte in Länder wie Griechenland faktisch mit eigenem Geld, so die promovierte Volkswirtin. Die AfD fordere – als einzige Partei in Deutschland – den Austritt aus dem Euro. Die Besucher der Veranstaltung bat sie deshalb, im September die AfD zu wählen.