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09. Mai 2016 18:18 Uhr

Treffen des Breisacher Helferkreises mit Vereinen

Vereine wollen Flüchtlingen bei der Integration helfen

Was können Breisacher Vereine für die Integration der Flüchtlinge in der Münsterstadt leisten? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines sehr gut besuchten Treffens, zu dem Gerda Kößmeier vom Helferkreis Flüchtlinge die Vertreter von Vereinen, Chören und Kirchengemeinden eingeladen hatte.

  1. In Sportvereinen gelingt die Integration von Migranten besonders gut. Bei den in der Europastadt lebenden Flüchtlingen steht Fußball hoch im Kurs. Unser Bild zeigt das Training des SV Breisach. Foto: Kai Kricheldorff

Die fast 40 Teilnehmer des Gesprächs im Gemeindehaus St. Hildegard unterbreiteten vielerlei Angebote. Einige berichteten auch von ihren bisherigen Erfahrungen bei der Integrationsarbeit.

Großes Interesse
Vereine seien dafür prädestiniert, Begegnungen zu schaffen, und würden so Flüchtlingen Chancen zur Integration bieten, sagte Kößmeier. "Mit ihrer Einbindung in die Vereine bekommen die Menschen einen Namen und ein Gesicht", erklärte die Sportlehrerin, die im ehrenamtlichen Helferkreis für die Vereinskontakte zuständig ist.

Sportvereine und Volkshochschule, Chorgemeinschaften, Lions-Club, Schwarzwaldverein und die Initiative zur Wiederherstellung des Franziskaner Klostergartens auf dem Münsterberg waren ebenso bei dem Treffen anwesend wie Vertreter von Seniorenvereinen, der DLRG, des Kommunalen Kinos und der Volkshochschule und viele andere.

Erste Erfahrungen sind gemacht
Pünktlichkeit und das Einhalten von Terminen hatten sich nur anfänglich als Probleme bei der Einbeziehung von Flüchtlingen in die Vereinsangebote herausgestellt, schilderten mehrere Sportvereinsfunktionäre ihre Erfahrungen. Diese Schwierigkeiten konnten jedoch zügig gelöst werden, erklärten sie übereinstimmend. Komplizierter sei es, Transportmöglichkeiten zu Sportstätten in den Ortsteilen zu bieten. Auch Sportausrüstungen oder das Ausstellen von Spielerpässen für Fußball- oder Volleyballspieler seien gelegentlich ein Problem, diese Hürden seien aber vereinsintern überwindbar.

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Der badische Sportbund unterstützt die Integration von Flüchtlingen mit einem monatlichen Zuschuss an die Vereine. Bei vielen der alleinstehenden jungen Männer stehe zum Beispiel Fußball ganz hoch im Kurs. Dringend würden dafür Trainer gesucht.

Wenig überraschend ist es, dass es Schwierigkeiten bei der sprachlichen Verständigung gibt. Viele Flüchtlinge verfügten über keine oder nur geringe Sprachkenntnisse in Deutsch, Englisch oder Französisch und es gebe viel zu wenige Übersetzer, hieß es. Sehr schnelle Fortschritte in der deutschen Sprache seien bei Kindern aus der Behelfsunterkunft zu beobachten, die Vorbereitungsklassen an Breisacher Schulen besuchten, berichtete ein Vertreter der DLRG. Problemlos sei die Teilnahme von Männern und Frauen an den Angeboten der Vereine.

Neue Angebote der Vereine
Einige Vereinsvertreter sagten zu, bei Bedarf ihre Räume für Freizeitangebote mit Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Viele unterbreiteten konkrete Vorschläge – beispielsweise Schnuppertage für verschiedene Sportarten, Musik- und Sportfeste, gemeinsame Gartenarbeit, Boule-Turniere und Gymnastikkurse. Gerda Kößmeier vom Helferkreis wird die Ideen jetzt koordinieren, bei den Flüchtlingen Bedarf und Interesse ermitteln und die Vereine darüber unterrichten.

Stephanie Rizzo, die für die Flüchtlinge zuständige Sozialbetreuerin des Landratsamtes, wies darauf hin, dass viele Bewohner der Behelfsunterkunft an der Murhau nur kurz in Breisach bleiben und es zu häufigen Wechseln bei der Belegung komme. Deshalb seien auch einmalige Angebote für die Freizeit sehr willkommen.

Autor: kff