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01. Juli 2009
Großfamilie setzt auf Bioanbau
Das Weingut Rieger in Buggingen-Betberg ist 25 Jahre alt und seit 2005 ein Öko-Betrieb
BUGGINGEN-BETBERG. Der Familienbetrieb Rieger vereint vier Generationen unter einem Dach. Bernhard Rieger hat das Weingut 1984 gegründet und leitet es mit Sohn Philipp, seit der vor einem Jahr seinen Weinbaumeister gemacht hat. Bei den Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr ist aber die ganze Familie beteiligt.
Die Riegers stammen aus Güttigheim. Doch Opa Hermann hat Anfang der 50er Jahre seine große Liebe in Betberg gefunden auf dem Schlatter-Hof, der seither Rieger heißt. 1984 übergaben Hermann und Annelore den Betrieb an Sohn Bernhard und Schwiegertochter Josepha. Die entwickelten aus dem damals landwirtschaftlichen Mischbetrieb das Weingut und eröffneten 1986 ihre "Straußwirtschaft". Auch deren Sohn Philipp führt die Tradition fort: "Das war für mich immer klar", betont der 24-jährige Weinbaumeister. Ihm zur Seite steht Ehefrau Cornelia und die Jüngste aus der vierten Generation, Aliya. Das Herbsten macht der Dreijährigen schon jetzt Spaß.
Innovation ist auch in Familienbetrieben gefragt. Aus dem konventionellen Weingut wurde 2005 ein rein biologischer Betrieb. Streng nach den Ökorichtlinien bewirtschaftet die Familie zwölf Hektar Rebfläche. Selbst verarbeitet sie derzeit aber nur drei Hektar, der Rest geht an das Heitersheimer Weingut Wolfgang Zähringer. Dort hat Philipp Rieger seine Lehre gemacht. Nach und nach will der Jungunternehmer aber mehr Trauben selbst verarbeiten und vermarkten.
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2008 wurde der erste Bio-Jahrgang gelesen und auf Anhieb prämiert: "Muskateller trocken" war "bester Badischer Biowein" in der Kategorie leicht und fruchtig. Und beim diesjährigen Gutedelcup holte das Weingut einen 5. Platz. Die traditionelle Sortenstruktur mit dem Favorit Gutedel und allen Burgundersorten habe man bewusst auch im Bioanbau beibehalten, sagt Bernhard Rieger.
Der Familienbetrieb hat heute vier Standbeine: das Weingut, eine echte "Straußi" mit 40 Sitzplätzen und jährlich nur 16 Wochen Öffnungszeit, Verkauf ab Hof und eine Brennerei. Hier werden mehrere Trester gebrannt – ausgepresste Trauben verschiedener Sorten – und auch aus eigenem Anbau, Williams, Kirschwasser, Mirabellenschnaps und Sauerkirschlikör. "Oberschnapser" ist in der Großfamilie immer der Senior. Doch Opa Hermann, heute 81 Jahre, hat den Part jetzt an Sohn Bernhard weitergegeben.
Im Vorjahr veranstaltete die Familie erstmals einen "Glühweinabend" und das "Hoffest". Beide Events waren so erfolgreich, dass sie wiederholt werden. Und weil Jubiläum ist, gibt es im Bio-Weingut Rieger dieses Jahr insgesamt sogar vier Feste. "Wir haben allen Grund zu feiern und freuen uns auf viele Gäste", betont Philipp Rieger.
Autor: Sigrid Umiger
