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25. Juni 2011

Die Neugier der Wanderer wecken

Studenten der Pädagogischen Hochschule Freiburger entwickeln einen Kultur- und Heimatpfad über den Mauracher Berg.

  1. Volle Breitseite: Vor dem Mauracher Berg (Hintergrund) zeigt sich Denzlingen in seiner ganzen Ausdehnung und seiner unterschiedlichen Struktur, vom alten Straßendorf bis zu den Vierteln mit dem Charakter einer Trabantenvorstadt. Foto: markus zimmermann

  2. Klein und in die Jahre gekommen sind die fast schon historischen Infotafeln des alten Lehrpfads am Mauracher Berg. Foto: markus zimmermann

DENZLINGEN. "Dass die Gemeinde dahinter steht, dass wir keine Arbeit für die Schublade schreiben, war sehr motivierend", erklären übereinstimmend Roland Greiser und Tobias Bürkle, die 2010 als wissenschaftliche Arbeit an der Pädagogischen Hochschule eine Konzeption für einen Denzlinger Kultur- und Heimatpfad erarbeitet haben. Ein Konzept, das momentan mit den Vorstellungen des Heimat- und Geschichts- sowie des Schwarzwaldvereins abgeglichen wird und über dessen Realisierung demnächst der Gemeinderat entscheiden muss.

Die Idee, rund um den Mauracher Berg einen Kultur- und Heimatpfad anzulegen, stammt von Gregor Falk. Der Professor für Geografie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg lebt schon länger in Denzlingen und ihm waren alte Hinweistafeln am Hausberg der Storchenturmgemeinde aufgefallen. "Tafeln, die der Schwarzwaldverein vor rund 30, 40 Jahren dort aufgestellt hat", so Wegewart Wolfgang Homburger. Rund 80 Tafeln seien es gewesen, die vor allem Erläuterungen zu der Pflanzenwelt gaben, die Spaziergänger und Wanderer aber auch über die Geologie des Mauracher Berges informierten. An Pfosten oder Bäumen befestigt, sind die Tafeln in die Jahre gekommen und teils verschwunden.

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Einen neuen Pfad zu entwickeln und dabei neueste didaktische Erkenntnisse einfließen zu lassen, schlug Falk seinen Studenten als Thema für ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit im Rahmen der Staatsprüfung vor. "Toll, eine lokale Thematik", ließ sich Roland Greiser, aus Singen stammende Realschullehrer, schnell begeistern – zumal die weitgefächerte Fragestellung neben geologischen auch anthropologische Aspekte beinhalten sollte. Die vermischten Themen waren auch für Tobias Bürkle, der mittlerweile in Ettenheim unterrichtet, "eine Herausforderung". Ebenso wie die Aufgabe, neue didaktische Ansätze mit den Lehrpfad einfließen zu lassen.

Entwickelt wurde ein etwa 4,2 Kilometer langer Rundweg, der beim Raiffeisenplatz beginnt und endet. Auf diesem Weg über den Mauracher Berg sollen außer der Eingangstafel sieben weitere Thementafeln stehen, die dem Wanderer Denzlingen unter verschiedenen Aspektener vorstellen. "Dabei sollen diese nicht nur lesen, sondern sich bewusst umschauen und wird ein Frage-Antwort-Spiel angeboten, für das unterschiedliche Klappen geöffnet werden müssen", erklärt Bürkle. Die Betrachter sollen aus einer passiven in eine aktive Rolle geführt werden. Informationen geben die Tafeln zum Wetter, zur Geologie der Region, zur Siedlungsentwicklung, zur konfessionellen Geschichte, zu den Römern, zu den Gewässern und zu den Gesteinsschichten des Mauracher Berges. "An jeder Tafel haben wir ziemlich lange getüftelt. Es ging schließlich nicht nur darum, die richtigen Informationen zusammen zu stellen, sondern diese auch so aufzubereiten, dass sie die Neugier der Wanderer wecken", so Roland Greiser. Dabei spielt beispielsweise auch die Länge der Texte eine entscheidende Rolle.

Neugierig wurde vor der Präsentation einer ersten Prototyptafel, die demnächst dem Gemeinderat vorgestellt werden soll, bereits der Heimat- und Geschichtsverein. "Weil auch geschichtliche Themen berührt werden, haben wir uns interessiert und unsere Mitarbeit angeboten", so Dieter Geuenich, der die Idee von Gregor Falk "sehr klasse" findet. Gemeinsam soll nun das schon recht ausgereifte Konzept noch einmal verfeinert werden. Angestrebt wird ein einheitliches Erscheinungsbild mit den Informationstafeln, die der Heimat- und Geschichtsverein an historischen Gebäuden und Orten in der Gemeinde aufstellen will. Dabei sollen auch die Tafeln, die einst der Schwarzwaldverein aufstellt hatte, mit einbezogen werden. "Wir wollen kein kleinklein verschiedener Gruppen, sondern etwas Gemeinsames", sind sich die Vereine und Falk einig.

Abgeschlossen ist das Thema für Gregor Falk und die Studenten auch mit der Vorlage der Arbeit längst noch nicht. "Es ist daran gedacht, begleitendes Unterrichtsmaterial für alle Jahrgangsstufen zu dem Kultur- und Heimatpfad zu entwickeln, ergänzt durch mehrsprachige Flyer für die Besucher aus den Partnerstädten", so Gregor Falk. Für Dieter Geuenich könnten die Tafeln auch Basis für den interaktiven Teil der geplanten Ausstellung im "Gaußschen Haus" sein.

Voraussetzung ist, dass der Lehrpfad auch verwirklicht wird. Darauf setzt auch Tobias Bürkle. Ihn jedenfalls hat bei der Arbeit auch beflügelt, "mit meinen Schulklassen einmal Exkursionen zu dem Lehrpfad machen zu können, an dem ich selbst maßgeblich mitgearbeitet habe".

Autor: Markus Zimmermann