Eine feste Anlaufstelle unter der Kirche

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Fr, 21. September 2018

Denzlingen

Caritasverband eröffnet ein Büro für Integrationsmanagement in Denzlingen.

DENZLINGEN. Der Caritasverband für den Landkreis Emmendingen hat ein drittes Büro für Integrationsmanagement eröffnet. Neben Elzach und Waldkirch gibt es nun auch in Denzlingen eine Anlaufstelle. Die Caritas übernimmt – zusammen mit dem Landkreis selbst, dem Diakonischen Werk und dem Roten Kreuz – die Begleitung von Flüchtlingen durch Sozialarbeiter im Landkreis. Von Denzlingen aus arbeiten nun Shireen Lissok, Anna Sanni und Thomas Deck. Sie kümmern sich um Flüchtlinge in Denzlingen, Reute, Vörstetten, Sexau und Freiamt.

Dienstags und Donnerstags gibt es feste Sprechzeiten in dem kleinen Büro im Untergeschoss der Sankt-Jakobus-Kirche. An den drei anderen Tagen bieten die Sozialarbeiter die Möglichkeit an, Termine zu vereinbaren. "Wir sind aber auch in den anderen Gemeinden unseres Arbeitsgebiets präsent", sagt Thomas Deck. Er kümmert sich um die rund 100 Geflüchteten, die in Vörstetten, Reue und Sexau leben. Daneben sei es auch selbstverständlich, dass "wir die Menschen, die unsere Hilfe wünschen, in ihren Unterkünften oder Wohnungen besuchen", so Anna Sanni. Sie hat eine 50-Prozentstelle. Gemeinsam mit Shireen Lissok kümmert sie sich um rund 200 Geflüchtete in Denzlingen. Lissok ist auch für die Menschen in Freiamt Ansprechpartnerin.

Die Zahl der Betreuten liege deutlich über dem eigentlich vorgesehenen Schlüssel von 1 zu 80, betont Birgitt Reisenweber, die Leiterin des Referats Soziale Dienste beim Caritasverband für den Landkreis. Für sie ist das Integrationsmanagement Teil eines Gesamtangebots, zu dem auch der Jugendmigrationsdienst und die Unterstützung erwachsener Migranten durch die Caritas zählen: "Wichtig ist eine enge Verzahnung der verschiedenen Unterstützungsangebote", sagt Reisenweber. Weil die Arbeit auch von einem Vertrauensverhältnis abhänge, sehen die Integrationsmanager eine Kontinuität der Flüchtlingsarbeit als sehr bedeutend an.

Die Sprache sei eines der Kernelemente der Integrationsarbeit, sagt Anna Sanni. Da sei es von Vorteil, dass ihre Kollegin Arabisch als Muttersprache beherrscht. Eine andere große Herausforderung sei die Bürokratie. Es sei auch für sie als Deutsche teils nicht zu verstehen, was in den Formularen steht. Viele Menschen, die bei ihnen Hilfe suchen, würden mit ganzen Stapeln von Papieren kommen.

Die Suche nach Wohnraum, die Vermittlung in den Arbeitsmarkt, die Anerkennung von Ausbildung und Zeugnissen, das seien die größten Hürden der Integration. "Dass mit dem Büro nun eine feste Anlaufstelle vorhanden ist, hilft uns", betont das Trio. Unverzichtbar und von unschätzbarem Wert sei zudem die ehrenamtliche Unterstützung durch viele Flüchtlingskreise.