Jede Runde klappt’s ein bisschen besser

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Do, 06. September 2018

Denzlingen

Polizei trainiert mit jungen Radlern in Denzlingen sicheres Fahren.

DENZLINGEN. Bremsen, bremsen, bremsen! Mit nach vorn gestreckten Händen fordert Manfred Weber die gut 30 Teilnehmer beim Fahrradsicherheitsaktionstag immer und immer wieder dazu auf. Dreimal muss jedes der Kinder durch den Parcours und möglichst punktgenau vor einem hölzernen Balken zum Stehen kommen. "Sie sind deutlich besser, sicherer geworden", resümiert er mit sichtlicher Freude über den Erfolg nach dem dritten Durchlauf.

An acht Tagen ist das Präventionsteam des Polizeipräsidiums Freiburg in den letzten beiden Ferienwochen mit dem Angebot zum Fahrradsicherheitstraining im Landkreis Emmendingen unterwegs. Die vier Polizisten sind ein eingespieltes Team, dem auch am vorletzten Vororttermin, auf dem Hof der Brückleacker-Schule, keine Ermüdungserscheinungen anzumerken sind. Sei es bei der geduldigen Prüfung der Fahrräder auf die Verkehrssicherheit, dem Check, ob der Helm richtig sitzt, oder der Begleitung der Übungen im Parcours. Gut hundert Mal wird vor Weber gebremst, der mit wachsamen Augen genau verfolgt, ob auch beide Handbremsen gemeinsam gezogen werden, und ob der Rücktritt richtig eingesetzt wird. Da und dort gibt er Hinweise, wie es besser gemacht werden könnte, doch immer mit positivem Zuspruch und viel Lob für die Teilnehmer. "Super, toll, alles gut und richtig gemacht", kommen unermüdlich aufmunternde Worte aus seinem Mund – und gelegentlich gibt es dazu ein anerkennendes Abklatschen. "Mama, Mama, nur 36 Zentimeter Abstand", sagt einer der jungen Radler und rollt strahlend zur nächsten Station, wo die Teilnehmer möglichst gerade auf einem Strich entlang fahren sollen. Und auch hier gilt, Übung macht den Meister, was letztlich Sinn und Zweck des Trainings im Rahmen des Ferienprogramms ist.

Voraussetzung für das sichere Fahren ist aber auch, dass die Räder selbst in einem verkehrssicheren Zustand sind. Bevor es auf den Rundkurs geht, werden die Zweiräder deshalb genauestens unter die Lupe genommen. Greifen die Bremsen, ist eine Klingel vorhanden, sind die Speichenstrahler dran und geht das Licht? Gemeinsam mit den jeweiligen, oft sichtlich stolzen Besitzern, wird jedes Rad genau begutachtet. "Technisch sind die Räder in einem guten Zustand", resümiert Gerd Maurer, der seit 1991 zum Präventionsteam gehört und auf viele Jahre Erfahrung zurückblicken kann. Da habe es auch schon ganz andere Zeiten gegeben, wurden Räder nach dem Motto "Hauptsache es rollt" mitgebracht. Auch beim Thema Helm hätten sich die Zeiten gewandelt. Dass die begleitenden Erwachsenen überwiegend selbst mit Helm unterwegs sind, ist ein deutliches Indiz. Hie und da muss der gute Sitz des Kopfschutzes noch korrigiert, besser eingestellt werden, aber meistens passt er. "Ich sehe natürlich nur die Kinder, die hier sind", verbindet Maurer damit keinen Rückschluss auf die Gesamtsituation und betont zu gleich, dass er bei dieser Aktion durchweg Kinder sehe, die sich relativ sicher auf dem Rad bewegen. Für Kollegin Leonie Meyer, die seit zehn Jahren in der Verkehrserziehung tätig ist, zeichnet sich ein etwas anderes Bild ab. "Es ist den Kindern anzumerken, dass sie zu lange am Computer, vor dem Fernseher sitzen", erklärt sie sich die zunehmenden motorischen Defizite, wobei sie dies hauptsächlich auf die Erfahrungen bei der für Viertklässler obligatorischen Radfahrprüfung bezieht.

Viele der Teilnehmer des Ferienprogramms sind jünger. So auch der fünfjährige Matej, der begeistert ist vom "vollbremsen". Lilli (7) findet den Slalom toll und für Mia (8) ist "das mit dem Krokodil cool". Das "schnappt" zu, wenn die gerade Linie verlassen wird.

"Die Polizisten sind sehr engagiert, haben viel Geduld und erklären super", erklärt Mirjana Mazibrada, eine Mutter, begeistert. Dass auch schon jüngere Kinder teilnehmen dürfen, gefällt ihr. Darüber hinaus setzt sie auf die pädagogische Autorität der Polizisten. "Wenn die erklären, wie der Helm richtig sitzt und was am Fahrrad funktionieren muss, hat das eine ganz andere Wirkung."

Für Hans-Peter Lapp schön zu hören. Denn neben der Verkehrssicherheit hat die Aktion für den Polizeibeamten auch noch einen ganz anderen Zweck. "Es ist für die Kinder meist die erste direkte Begegnung mit der Polizei und wir wollen, dass sie diese mit einer positiven Erfahrung verbinden", erklärt er. Dazu gehört dann später, nachdem mit dem Gurtschlitten die Wichtigkeit des richtigen Anschnallens verdeutlicht wurde, auch der Blick in ein Polizeifahrzeug und eine spielerische Verkehrssünderjagd.