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17. Mai 2017

Jungstörche in Denzlingen sind verschwunden

Kamera zeichnet Ereignisse auf dem Storchenturm auf.

  1. Peter und Gaby, die schon 2016 auf dem Kirchendach zwei Jungstörche aufgezogen haben, haben wieder Nachwuchs. Foto: Archivfoto: Rieder

DENZLINGEN (BZ). Zwei Storchenküken sind vor wenigen Tagen im Nest auf dem Dach der St. Georgskirche in Denzlingen geschlüpft. Dies vermeldete jetzt Storchenexperte Manfred Wössner. Er hatte aber auch schlechte Nachrichten: Die Jungtiere vom Storchenturm sind verschwunden. Dank der Kameraaufzeichnung des Geschehens im Horst, kennen die Experten dafür jetzt eine Antwort. Und die ist traurig.

Auf dem Kirchdach sei ein drittes Ei wohl nicht befruchtet und liege noch im Horst, schreibt Wössner. Die Altvögel Peter und Gaby, die ihm zufolge 2016 auch zwei Jungvögel aufgezogen haben, kümmerten sich sehr gut um die beiden Küken. Das Geschehen im Horst auf der Kirche könne vom Monitor am Karl-Höfflin-Gemeindehaus aus beobachtet werden.

Schlechte Nachrichten überbrachte Wössner hingegen vom 27 Meter hohen Storchenturm in Denzlingen. In dem Horst auf der Turmspitze seien am 3. und 4. Mai fünf junge Störche geschlüpft, alle hätten auch einen munteren Eindruck gemacht, wie am Monitor zu sehen gewesen sei. Doch zum Entsetzen der Betreuer der Denzlinger Störche, Manfred Wössner und Hans Peter Rieder, war das Nest eine Woche später leer. Bereits vor zwei Jahren und auch 2016 habe es dieselbe Situation gegeben: Die Jungen waren nach etwa zehn Tagen verschwunden. Die Vermutung lag nahe, dass Raubvögel die Küken aus dem Nest geholt haben, um sie an den eigenen Nachwuchs zu verfüttern.

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Um festzustellen, wer die Jungvögel aus dem Nest holt, haben die Storchenexperten nach eigenen Angaben das Geschehen im Horst auf einer Festplatte, die die Bilder auf dem Monitor aufzeichnet, festgehalten. Die Auswertung ergab, dass keine Angriffe durch Raubvögel stattfanden, sondern die Altvögel Karli und Rosi die Jungen nicht richtig versorgt haben. So seien die Küken innerhalb von zwei Tagen verendet – und aus dem Nest geworfen worden. Warum die Störche fünf Eier erst 32 Tage bebrüteten, nach dem Schlüpfen die Jungen zuerst versorgten, dann aber verhungern ließen, bleibt laut Wössner ein Rätsel. Solche Vorkommnisse seien bei Störchen nicht bekannt.

Autor: bz