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14. Mai 2017 10:36 Uhr

Tag des Helfers

Wie war’s bei… der Ausbildung zum Feuerwehrhelfer?

Rund um das Denzlinger Rettungszentrum fand erstmals die Ausbildung zum Feuerwehrhelfer statt. Zwölf Leute nahmen an der eintägigen Veranstaltung teil.

  1. Im Hof der Feuerwehr müssen alle zwölf angehenden Feuerwehrhelfer Übungen absolvieren Foto: Anja Kunz

Die Motivation: im Ernstfall sinnvoll zu helfen und sich dafür Grundkenntnisse anzueignen. Initiiert und geleitet wurde die Kurzausbildung von Wolfgang Hochbruck, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Denzlingen. Er sagt: "Die Denzlinger Wehr ist offen für Neues."

Die Idee

Der Feuerwehrhelfer soll mit den ausgebildeten Rettungskräften kooperieren. Wenn diese in Trupps unterwegs sind, könnten drei Feuerwehrleute von einem Feuerwehrhelfer unterstützt werden. Auch wenn die Denzlinger Wehr mit 57 Feuerwehrleuten personell gut aufgestellt ist, könnten die Helfer dann zum Einsatz kommen, wenn besonders viele Kräfte gebraucht würden, zum Beispiel bei der Evakuierung einer Altenpflegeeinrichtung oder dem Auspumpen von Kellern bei Hochwasser.

Die Teamaufgaben

Wolfgang Hochbruck schult nicht nur Feuerwehrhelfer, er macht auch Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten. Diese Erfahrung macht sich bemerkbar: Die Theorie ist kurzweilig, wird mit Anekdoten gewürzt und durch Teamaufgaben ergänzt. Und die Experimente mit Feuer sind wirkungsvoll. Das Baumwoll-T-Shirt fängt sofort Feuer, der Plastikbecher schmilzt, und der Holzscheit will nicht so richtig brennen. Was lässt sich folgern? Eine normale Zimmertür sollte 30 Minuten dem Feuer standhalten. Ein Mensch dagegen, dessen Kleidung Feuer fängt, muss sofort zu Boden gerissen werden. "Stop, Drop and Roll" ist das Stichwort. Wer sich über den Boden rollt, erstickt die Flammen. Eine große Decke hilft natürlich auch. Das Retten einer bewusstlosen Person klappt am besten zu viert, das zeigt der Praxistest. Ob auf der Rettungstrage, einer einfachen Decke oder einem Bürostuhl, vier Helfer müssen ran.

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Die Praxis

Brauchbar für jeden Haushalt ist das Wissen, wie ein brennender Topf auf dem Herd gelöscht wird. Im Hof der Feuerwehr müssen alle zwölf angehenden Feuerwehrhelfer beherzt die Löschdecke über einen brennenden Kochtopf stülpen. Wichtig: Kein Lufthauch darf mehr ans Feuer kommen, die Decke muss also eng zusammengehalten werden. Schlägt das Feuer schon größere Flammen, sollte der Feuerwehrhelfer auch den Feuerlöscher bedienen können. Sonderlich kraftvoll erscheint der Wasserstrahl nicht, der aus dem Feuerlöscher schießt. Zum Glück erlischt die Flamme trotzdem.

Das Einsatzgebiet

Am wahrscheinlichsten scheint der Einsatz des Feuerwehrhelfers bei Hochwasser. Sinn macht es daher, den Umgang mit der Tauchpumpe zu erlernen. Der Praxistest findet in einer großen Wassertonne statt. Hat man die passenden Utensilien zur Hand, wirkt das Auspumpen eines vermeintlich überfluteten Kellers recht simpel. Pumpe ins Wasser, Schlauch ins Freie und die letzten Reste mit dem Wassersauger entfernen. "Oft scheitert es am Organisieren", weiß Feuerwehrkommandant Martin Schlegel. "Der eine Nachbar hat die Tauchpumpe, der nächste den Wassersauger. Nur wissen tut das keiner." So etwas zu koordinieren – ein Job für den Feuerwehrhelfer.

Die Ausrüstung

Eine neongelbe Warnweste mit dem Aufdruck Feuerwehrhelfer und ein gelber Helm. Die Handschuhe wurden nicht pünktlich geliefert, sollen aber nachgereicht werden.

Das Fazit

Das Zertifikat als Feuerwehrhelfer gibt es zwar nicht, denn versicherungsrechtlich ist unklar, ob und wie ein ehrenamtlicher Helfer in die Wehr eingebunden werden kann. "Brandschutzhelfer" darf man sich aber nennen. Immer daran denken, was Hochbruck rät: "Geht keine unnötigen Risiken ein! Ihr seid nicht unverwundbar!"

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Autor: Anja Kunz