Sagen Sie mal...

Der BZ-Fragebogen, ausgefüllt von Sven Hinz, Komponist, Chorleiter, Autor und Hörbuchsprecher

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 03. Januar 2019

Freiburg

„Jedes neue Stück überrascht mich selbst“, sagt der Komponist Sven Hinz über seine Arbeit. Der 39-Jährige stammt aus der Nähe von Kassel und hat zunächst Schulmusik an der Musikhochschule Freiburg, danach Musikwissenschaft und Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Freiburg studiert. Heute arbeitet er als freischaffender Komponist und Chorleiter, lektoriert und spricht Hörbücher ein. Hinz ist ledig und lebt in der Wiehre.

Wie komponiert man eigentlich?
Indem man in die Stille geht. Ich werde innerlich ganz still und lausche auf das, was da kommt. Das braucht große Aufmerksamkeit. Ich gehe aber auch hörend durch den Alltag, denn es gibt keine unwichtigen Klänge. Und ich achte auf die speziellen Anforderungen des bestellten Stücks: Was klingt dafür gut? Was liegt den jeweiligen Instrumenten?

Sie sind hauptsächlich Musiker, haben aber gerade ihr erstes Buch geschrieben.
Ich beschäftige mich generell gern mit Sprache als Werkzeug, und in dem Buch finden sich Ideen und Gedanken von mir aus ganz verschiedenen Bereichen und Zeiten. Es ist ein Experiment, und ich hoffe, ich kann damit einige Menschen inspirieren. Vielleicht findet sich ja sogar jemand, der die eine oder andere meiner verrückten Ideen realisieren möchte.

Was wäre so eine Idee?
Große Klangskulpturen, in denen Licht, Wasser und Klang zusammenkommen. Wie die Figuren von Jean Tinguely, nur deutlich größer. Leider bin ich handwerklich nicht so begabt.

Was wollten Sie als Kind werden?
Komponist, Brunnenbauer, Erfinder ...

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Die große Wiese zwischen Freiburg und Günterstal.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Die Markthalle.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Musik.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über schwarzen Humor.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
In die Stille lauschen.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Am 2. Advent.

Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Im Oktober in "Ballon".

Welche Musik hören Sie gerne?
Im Moment Bruckner und Philipp Glass.

Ihre Lieblingsinternetseite?
http://www.klangsignale.com

Was bringt Sie auf die Palme?
Menschen, die ständig sagen "So einfach geht das nicht."
Wovor haben Sie Angst?
Davor, beim Klettern abzustürzen.

Haben Sie ein Vorbild?
Den spirituellen Lehrer Eckhart Tolle.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
Überall, wo es warm ist.

Ihr größter Erfolg?
Als freiberuflicher Komponist leben zu können.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
Ins Jahr 1913 nach Paris, zur Uraufführung von Strawinskis "Sacre du Printemps".

Mit wem würden Sie warum gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen, um zu sehen, was in seinem Kopf vorgegangen ist.
Ihre Traum-Schlagzeile?
"Bedingungsloses Grundeinkommen genehmigt."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Eine Raumorgel konstruieren, bei der die Pfeifen beliebig im Raum angeordnet werden können.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingen mir am besten ...
... gebratene Maultaschen mit Eiern und Zwiebeln.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... braucht eine gute Klangvorstellung und die Fähigkeit, den eigenen Ideen zu vertrauen.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich meditiere, Musik höre oder jogge.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... einen Fallschirmsprung machen, um meine Sturzangst zu überwinden.

Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... allen Freiburger Orchestern und Chören kostenlose Probenräume zur Verfügung stellen.