Wiedereröffnung

Der große Ansturm auf den Recyclinghof in Herten bleibt aus

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Mo, 30. Juli 2018 um 00:07 Uhr

Rheinfelden

Die Mitarbeiter sind gewappnet, die Container stehen bereit: Der große Andrang bleibt am ersten Samstag nach Wiedereröffnung des Recyclinghofs in Herten allerdings aus. Noch muss sich das neue Verkehrskonzept also beweisen.

"Muss ich hier hereinfahren?", fragt der ältere Mann am Samstag durch das Autofenster. Die Ampel zur Auffahrt des neuen Recyclinghofs steht auf Grün und da kein Verkehr herrscht, kreuzt der Mann mit seinem Auto einfach die auf auf der Straße aufgemalte durchgezogene gelbe Linie. Diese soll den Verkehr zunächst einmal von der Bundesstraße B 34 vom Standort der Mulden und Container fortführen und über einen in Richtung Rhein gelegenen Wendehammer zurückleiten. Damit wird der früheren Rückstauproblematik Rechnung getragen. Die Stichstraße bietet einen Stauraum für 50 Fahrzeuge, erklärt Schichtleiter Franz Stoll, der sich erinnert, dass vor dem Umbau mitunter 30 bis 40 Fahrzeuge auf die Bundesstraße zurück stauten.

Die Ampel vor der Auffahrt zum Abgabebereich können die Mitarbeiter mittels Fernsteuerung selbst regeln und so die Anzahl der Kunden an den Abgabestellen steuern. Hierauf musste am Samstagvormittag allerdings nicht geachtet werden, da nur wenig Betrieb herrschte. Der ganze Abgabebereich ist erhöht errichtet worden, so dass auf der tieferen Ebene stehende, große Mulden bequem erreicht werden können. Kleinere Mulden und Container stehen auf dem erhöhten Bereich und werden teilweise über Metallstege bedient, für die man auch nur drei Stufen hochsteigen muss. Altmetall, Elektronikschrott, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren, gebrauchte Batterien und Akkus, Keramik, Spiegelglas, Tintenpatronen, Grünschnitt und vieles mehr können hier kostenfrei entsorgt werden.

Für mehr als ein Jahr war der Recyclinghof bei der früheren, verfüllten Deponie geschlossen. Die Umbaumaßnahme kommt bei den Nutzern gut an. "Auf mich macht es einen guten Eindruck", meint Florian aus Grenzach-Wyhlen, der drei Kartons Altpapier in die Mulde gibt. Die Kartons selbst kommen in ein anderes Sammelbehältnis. Deutlich sichtbar sind die 20 Container und Mulden gekennzeichnet. Für die Kartonagen hat der Recyclinghof gleich zwei Pressen. "Die Änderung mit der Ampel finde ich gut, und dass sie die Parksituation angepasst haben", lobt der junge Mann den großzügigen Abgabebereich. An die Mulden kann direkt herangefahren werden und trotzdem bleibt genügend Raum für andere Fahrzeuge zum Durchfahren und Rangieren. Dabei überspannt ein großes Dach den Abgabebereich, welches Schutz vor Regen bietet oder Schatten spendet.

Vier Mann stemmen eine Schicht auf dem Recyclinghof, erzählt Stoll, der zwar schon länger bei der Abfallentsorgungsfirma Remondis beschäftigt ist, aber die Leitung auf dem Recyclinghof erst einen Tag zuvor übernommen hatte. Insgesamt werden acht Mann für den Recyclinghof beschäftigt. "Jetzt am Anfang muss man es den Leuten vielleicht noch erklären, wo was steht, bis es sich eingespielt hat", sagt Stoll. "Die Leute sind vernünftig und akzeptieren unsere Anweisungen." In einem zweigeschossigen Bürocontainer ist in der oberen Etage für die Mitarbeiter ein Aufenthaltsraum mit kleiner Küche untergebracht. Im Erdgeschoss gibt es einen Umkleideraum mit Spinden und Toiletten, die auch die Kunden nutzen können.

"Es ist schön geworden und hat ganz nettes Personal. Vielleicht ein bisschen zu klein für meinen Geschmack, der Recyclinghof in Rheinfelden ist riesengroß", meint Ljaic Avdija aus Grenzach-Wyhlen, der seinen Kombi mit Säcken voller Grünschnitt aus dem heimischen Garten beladen hat. Der Hertener Thorsten Göttsche bringt Altholz von einer Hausrenovierung. Wandverkleidungen, Schränke und das Balkongeländer aus den 1970er Jahren haben sie abgerissen. Mit Schwung fliegen die Bretter in die Mulde. "Das ist tipptopp hier. Man kann überall hinfahren und wenden", sagt Göttsche, der mit Anhänger vorgefahren ist. "Und das mit dem Dach ist Spitze. Jetzt fehlt nur noch die Kaffeebar."

Öffnungszeiten: Der Recyclinghof Herten ist dienstags und freitags von 13 bis 17 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

Für den Recyclinghof Rheinfelden (Werderstraße) gelten ab 1. August wieder die regulären Öffnungszeiten: montags von 14 bis 17 Uhr, dienstags von 13 bis 17 Uhr, donnerstags von 8 bis 12 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr.