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09. Februar 2010 21:44 Uhr

Geburtstagsgeschenk

Der Kestendamm heißt ab sofort Hubert-Burda-Platz

Mit einem rauschenden Fest im Kreise vieler Mitarbeiter und Freunde hat Hubert Burda in Offenburg seinen 70. Geburtstag gefeiert. Oberbürgermeisterin Edith Schreiner überbrachte ein besonderes Geschenk.

  1. Hubert Burda und Offenburgs Bürgermeisterin Edith Schreiner. Foto: dpa

OFFENBURG. Der Kestendamm, der durch die Burda’schen Verlagsgebäude führt, heißt fortan Hubert-Burda-Platz. Er verläuft mitten zwischen dem Gebäude von Burda Moden – heute "Andy Warhol Building" – und dem Medienpark. Gestern stand dort ein riesiges Festzelt mitten auf der Straße, randvoll gefüllt mit Festgästen: "Schön, wenn man weiß, dass das früher mal der Keschtedamm war", scherzte ein sichtlich erfreuter Hubert Burda nach der Übergabe eines symbolischen Straßenschildes mit seinem Namen – und hatte prompt auch eine Anekdote parat: "Der Keschtedamm spielt bei den Burdas eine große Rolle – hier hat die Mutter dem Vater den ersten Schmatz gegeben", erzählte der Verleger. Und fügte mit Schmunzeln hinzu: "Wir stehen also auf erotischem Boden!"

Hier standen die rund 1200 Festgäste, in der Mehrzahl Mitarbeiter aus Druck und Verlagen, eine ganze Weile, bis das Geburtstagskind von der ersten Feier des Jubeltages in München einschwebte. Am Jet, mit dem Burda ursprünglich in die Heimat fliegen wollte, war eine Reparatur nötig. So musste der Verleger in den Helicopter umsteigen. Der Feierlaune der Belegschaft tat dies keinen Abbruch – bei Bier, Wein, Imbiss und angeregten Gesprächen verging die Zeit auch vor Ort im Flug.

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Kathedrale der Kommunikation

Dann schließlich bildete sich eine Gasse, durch die der Jubilar zur blauen Bühne schritt. Hier schüttelte Burda eine Hand, dort klopfte er einem Mitarbeiter auf die Schulter und genoss sichtlich das Bad in der Belegschaft. Für Musik sorgte die Burda-Werkskapelle, die der Verleger zum Auftakt kurzerhand dirigierte, bevor das "Reblaus-Trio" aus Salzburg ein "Schmankerl" spielte.

"Wir sind glücklich, dass Sie mit uns feiern und damit auch ganz Offenburg würdigen", sagte Reinhold G. Hubert, der Chef der Medienpark-Verlage, die er eine "Kathedrale der Kommunikation" nannte. Zu Hits der Rolling Stones überreichte er als Geschenk eine Plastik, gestaltet aus 500 Bildern: den "Picture Man". Auch dass viele Mitarbeiter weiße T-Shirts übergestreift hatten, vorne mit rot gedruckten Glückwünschen, hinten mit Hinweisen auf eine Haiti-Hilfsaktion, hatte seinen Grund. Dem Aufruf des Verlegers, den vom Erdbeben getroffenen Menschen zu helfen, waren viele gefolgt. 7200 Euro waren zusammengekommen, "der Löwenanteil aus der Druckerei", wie Reinhold G. Hubert erfreut vermelden konnte.

Offenburger mit Leib und Seele

Oberbürgermeisterin Edith Schreiner würdigte Hubert Burdas – Ehrenbürger der Stadt – als "Offenburger mit Leib und Seele." Offenburg sei immer Teil von Burda Unternehmen gewesen: "Offenburg ist immer in ihren Gedanken – es ist Vergangenheit und Gegenwart." Offenburg gebe die Zuneigung des Verlegers, der seine Heimat immer im Herzen getragen habe, mit einem besonderen Geschenk zurück: "Das Areal vor dem Medienpark heißt ab sofort Hubert-Burda-Platz", so Schreiner.

Einstimmig habe der Gemeinderat dieser Würdigung der großen unternehmerischen Leistung zugestimmt, die den Namen Offenburgs vielfach in dieWelt hinaus trage. Nicht zuletzt galt die Namensgebung auch einem herausragenden Mäzen. Offenburg hat nach der Senator-Burda-Straße und der Aenne-Burda-Allee nun auch einen Hubert-Burda-Platz. Ein Feuerwerk begleitete die feierliche Enthüllung eines symbolischen Straßenschildes, und vom Zeltdach regnete es Goldglitter.

Offenburgs Erfolg

Hubert Burda bat seine führenden Manager – allen voran das Vorstandsteam Paul-Bernhard Kallen und Philipp Welte – auf die Bühne, um im Chor mit den Festgästen das Badnerlied zu singen. Er würdigte die Verdienste seiner Führungsmannschaft, die nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern "die Druckerei so hinbekommen haben, dass sie funktioniert und nicht zu aufgebläht ist." Burda machte deutlich, dass es trotz des Internets auch in Zukunft noch Zeitschriften geben werde: "Man muss sie nur richtig machen." Dies zeige das Beispiel Lisa, die mit 1,84 Millionen Exemplaren auflagenstärkster Titel sei: "Der Erfolg von Burda, ist der Erfolg von Offenburg."

Vollends aus allen Nähten platzte das Festzelt, als zu guter Letzt die Althistorische Narrenzunft und die Offenburger Hexen dem ausgewiesenen Fasent-Freund Hubert Burda die Ehre erwiesen und Geschenke überbrachten. Von den Althistorischen bekam er ein Kunstwerk von Gaetano Cross, das eine besonders Collage mit Abbildungen von Burdas Großvater Franz zeigt. Zudem verliehen sie samt Urkunde erstmals den "Andres-Orden".

Die Hexen hatten eine Büttel-Maske mitgebracht.

Bei einem anschließenden Besuch im elterlichen Burda-Haus in der Schanzstraße kündigte Fessenbachs Ortsvorsteher Paul Litterst das nächste Geschenk an: Die Grundschule Fessenbach wird künftig Hubert-Burda-Schule heißen. Einweihung ist im April.

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Autor: Helmut Seller