Anklage gegen Sig-Manager

dpa

Von dpa

Mo, 14. Mai 2018

Deutschland

Pistolen gingen nach Kolumbien.

Neben Heckler & Koch beschäftigt ein zweiter deutscher Waffenhersteller die Justiz. Wegen der Lieferung von Zehntausenden Pistolen nach Kolumbien fordert die Staatsanwaltschaft Kiel eine Geldstrafe von zwölf Millionen Euro für den Waffenhersteller Sig Sauer. Damit solle die gesamte Summe, die Sig Sauer bei dem Verkauf der 36 628 Pistolen erzielt hatte, eingezogen werden, sagte Behördensprecher Axel Bieler. Notwendig sei dafür noch ein entsprechender Gerichtsbeschluss. Man halte den Verkauf für illegal.

Zugleich erhob die Staatsanwaltschaft im April Anklage gegen fünf Mitarbeiter des Unternehmens aus Eckernförde. Laut Anklage wird Sig Sauer zur Last gelegt, die Waffen zunächst in die USA und dann illegal weiter nach Kolumbien ausgeführt zu haben. Damit habe das Unternehmen wissentlich gegen die Außenwirtschaftsverordnung verstoßen, sagte Bieler. Insgesamt habe Sig Sauer mehr als 70 000 Pistolen in die USA geliefert – aber mit der Zusage, die USA seien der Endabnehmer, sagte Bieler. Den Angeklagten drohen im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahren Haft oder Geldstrafen.

Nur mit den in Deutschland gefertigten Pistolen habe das US-Schwesterunternehmen von Sig Sauer eine Lieferverpflichtung nach Kolumbien erfüllen können, so die Anklage. Denn für diese Pistolen habe es bis 2011 keine ausreichende Produktionsmöglichkeit in den USA gegeben. Das müsse den nun angeklagten Verantwortlichen klar gewesen sein. Nach Ansicht von Sig Sauer erfolgten die Ausfuhren in die USA "stets rechtskonform". Bereits 2014 hatte die Staatsanwaltschaft Kiel Ermittlungen in dem Fall eingeleitet.