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28. Januar 2010
Der Holocaust ist nicht vergessen
Israels Präsident Peres spricht erstmals am Gedenktag im Bundestag / In Freiburg Aufruf zur Bekämpfung rechtsextremer Hetze
BERLIN/FREIBURG (dpa/BZ). Israels Präsident Schimon Peres hat am Holocaust-Gedenktag verlangt, noch lebende Nazi-Schergen vor Gericht zu bringen. "Ich bitte Sie, tun Sie alles, um diesen Verbrechern ihre gerechte Strafe zu erteilen", sagte er bei der Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus.
65 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sagte der Friedensnobelpreisträger, die bedeutendste aller Lehren aus dem Holocaust sei für ihn: "Nie wieder. Nie wieder eine Rassenlehre. Nie wieder ein Gefühl von Überlegenheit." Wegen des iranischen Atomprogramms verlangte er eine geschlossene Front gegen die dortigen Machthaber.US-Präsident Barack Obama rief zum Widerstand gegen Antisemitismus und Ignoranz auf. In einer Videobotschaft an die Teilnehmer des Internationalen Holocaust-Forums im polnischen Krakau sagte er, die Menschen dürften niemals "die Rolle des passiven Zeugen des Bösen" akzeptieren. Papst Benedikt XVI. sagte, der Holocaust zeige die Notwendigkeit des absoluten Respekts vor Menschenwürde und Menschenleben.
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Außer in Berlin erinnerten Menschen in Deutschland bei zahlreichen weiteren Gedenkstunden und Gottesdiensten an die Nazi-Gräuel und riefen zum Kampf gegen Antisemitismus auf.
In Freiburg warnte Baden-Württembergs Landtagspräsident Peter Straub vor rechtsextremistischer Hetze im Internet. "Ungeniert und unverschleiert werden antisemitischer Hass und rassistische Hetze über das Internet verbreitet", sagte er. "Das dürfen wir nicht achselzuckend dulden." In Freiburg fand dieses Jahr die zentrale Gedenkfeier des Landtags für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Im Mittelpunkt der Gedenkfeier standen erstmals die Zeugen Jehovas. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hatte dies vorab als unglücklich bezeichnet.
Auf den seit Monaten andauernden Streit um die geplante Anerkennung der umstrittenen Glaubensgemeinschaft als Körperschaft öffentlichen Rechts ging keiner der Redner in Freiburg ein. "Wie andere im Dritten Reich verfolgten Minderheiten . . . blieb auch den Zeugen Jehovas jahrzehntelang eine öffentliche Würdigung versagt", betonte der Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Detlef Garbe.
Autor: dpa
