Für Klima und artgerechte Haltung

afp

Von afp

So, 20. Januar 2019

Deutschland

Der Sonntag Tausende demonstrieren in Berlin für Agrarwende.

Berlin (AFP). Anlässlich der Grünen Woche in Berlin haben am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die Agrarindustrie und die Politik von Ministerin Julia Klöckner (CDU) demonstriert. Das Bündnis "Wir haben es satt", das zu der Demonstration aufgerufen hatte, sprach von 35 000 Teilnehmern. Klöckner habe von den Demonstranten einen "unmissverständlichen Auftrag" erhalten, sagte Sprecherin Saskia Richartz im Namen der mehr als 100 beteiligten Organisationen.

Die Agrarpolitik der Bundesregierung beschleunige den Klimawandel und das Höfesterben, kritisieren die Demonstranten. Die Regierung müsse "den überfälligen Umbau der Landwirtschaft anpacken". Steuergelder sollten nur noch bäuerlichen Betrieben zugutekommen, die Tiere artgerecht halten, Umwelt und Klima schützen und ländliche Räume lebendig halten: "Der Agrarindustrie immer weiter Milliarden in den Rachen zu stopfen, ist agrar- und klimapolitischer Irrsinn."

Da der Großteil der Subventionen pauschal je Hektar Fläche gezahlt werde, erhielten die 3 300 flächengrößten Betriebe eine Milliarde Euro im Jahr, "während die kleinsten 200 000 Bauernhöfe sich knapp 700 Millionen teilen müssen", kritisierte das Bündnis "Wir haben es satt."

Die Internationale Grüne Woche war am Donnerstagabend von Agrarministerin Klöckner eröffnet worden. Die Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau findet in diesem Jahr zum 84. Mal statt.