Gibt es in den Umfragen einen "Schulz-Effekt"?

Christopher Ziedler und AFP

Von Christopher Ziedler & AFP

Sa, 28. Januar 2017

Deutschland

SPD klettert auf 23 Prozent.

BERLIN. Die ersten Umfragen nach der Nominierung des designierten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz sind in Berlin aufmerksam zur Kenntnis genommen worden. In dem am Freitag veröffentlichten "Deutschlandtrend" des ARD-"Morgenmagazins" kommt die SPD auf 23 Prozent. Das sind drei Prozentpunkte mehr als bei der Umfrage von Anfang Januar. Bei der Bewertung von Schulz ergibt sich jedoch kein eindeutiger Trend. Das liegt daran, dass die Zustimmungswerte für den neuen SPD-Hoffnungsträger unterschiedlich ausfallen. In einer Umfrage des Erfurter Instituts Insa antworteten auf die Frage, wem sie in einer fiktiven Direktwahl des Bundeskanzlers eher ihre Stimmen geben würden, 36,6 Prozent der Befragten mit "Angela Merkel", lediglich 22,9 Prozent mit "Martin Schulz". Die Zahlen von Infratest Dimap dagegen sehen die Spitzenkandidaten der beiden größten Parteien gleichauf bei jeweils 41 Prozent der Stimmen.

Warum die Demoskopen den "Schulz-Effekt" unterschiedlich bemessen, dafür gab es ebenfalls eine Reihe von Erklärungsversuchen. Mit je rund 1000 Befragten und einer fast identischen Fragestellung liegt der größte Unterschied zwischen den beiden Meinungserhebungen im Befragungszeitraum. So hat Insa nach eigenen Angaben am Dienstag von 16 Uhr an 600 Personen befragt und ihnen die Nachricht von Schulz’ Kür teils selbst überbracht – die restlichen 400 Personen wurden am Mittwoch befragt. Bei Infratest dagegen wurden alle Teilnehmer erst mittwochs befragt, "weil es für die Bewertung besser ist, wenn sie bereits mit ihrem sozialen Umfeld über ein Thema gesprochen haben", wie es dort heißt.