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03. November 2017

Hass und Gewalt in der Polizei

Probleme in Berliner Akademie.

BERLIN (dpa). An der Berliner Polizeiakademie soll es erhebliche Probleme mit Schülern aus Zuwandererfamilien geben. Die Onlineausgabe der Welt, die darüber berichtet, beruft sich auf ein ihr vorliegendes internes Papier einer Besprechung der Polizeiführung vom August. Beklagt wurden demnach ein "herablassender Umgang mit weiblichen Angestellten wie Putzfrauen" und Defizite im Berufsethos. Manche Bewerber könnten nicht schwimmen – obwohl das Voraussetzung für die Einstellung sei.

Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte der Deutschen Presse-Agentur, an der Akademie komme es immer wieder zu Problemen. Im RBB-Fernsehen räumte er ein, dass sich "gerade im Bereich der Disziplin, des Respektes, der gegenseitigen Rücksichtnahme hier nicht alle so verhalten, wie wir uns das vorstellen". Der Anteil von Migranten an der Akademie mit 1200 Auszubildenden liegt laut Welt derzeit bei 30 Prozent.

In einem Polizeipapier wird das Nichtbeherrschen der deutschen Sprache als K.o.-Kriterium gewertet. Sprecher Neuendorf sagte im RBB: "Trotzdem müssen wir feststellen, dass für die komplexen Aufgabengebiete noch weitergehende Deutschkenntnisse wünschenswert sind. Und deshalb wird an der Schule auch Deutsch-Nachhilfe angeboten." Neuendorf sagte dem Fernsehsender, es gebe Polizeianwärter, die zuvor mit Straftaten aufgefallen seien. Da müsse "im Einzelnen geprüft werden, ob jetzt trotzdem eine Eignung vorliegt". Eine automatische Ablehnung sei nach Einschätzung der Verwaltungsgerichte nicht möglich.

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Die Polizei überprüft auch eine anonyme Sprach-Mail, in der ein Ausbilder unhaltbare Zustände beklagt. An der Echtheit besteht kein Zweifel. In der Aufnahme beklagt sich der Ausbilder über Hass, Lernverweigerung und Gewalt in einer Klasse mit vielen Polizeischülern mit Migrationshintergrund. Fazit: "Das sind keine Kollegen, das ist der Feind. Das ist der Feind in unseren Reihen."

Autor: dpa