Ermittlungen

War Franco A. an einem Waffendiebstahl beteiligt?

dpa

Von dpa

Sa, 20. Mai 2017

Deutschland

Der terrorverdächtige Oberleutnant Franco A. und sein mutmaßlicher Komplize Maximilian T. hatten möglicherweise Kontakt zu einem Studenten der Bundeswehr-Uni in München, der dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) schon früher wegen rechter Umtriebe aufgefallen war.

BERLIN (dpa). Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Parlamentskreisen weiter erfuhr, soll sich dieser Student am Bundeswehr-Standort Munster aufgehalten haben, als dort im vergangenen Februar eine P8-Pistole, zwei G36-Sturmgewehre, zwei Funkgeräte und 60 Schuss Munition aus einem Panzer gestohlen wurden. Den Angaben zufolge geht der MAD Hinweisen auf ein Telefonat zwischen ihm und Franco A. nach. Zu Maximilian T. soll der Student über ein soziales Netzwerk Kontakt gehabt haben.

Insgesamt hat der MAD demnach elf Bundeswehr-Angehörige im Visier, von denen einige Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) und andere zur Burschenschaft Danubia haben sollen. Im Verfassungsschutzbericht Bayerns von 2015 wird diese Burschenschaft wegen Verbindungen zur rechtsextremen Szene erwähnt. Die Nachforschungen des MAD zu den elf Soldaten hatten bereits vor der Festnahme von Franco A. begonnen. Die Bundeswehr-Offiziere Franco A. und Maximilian T. stehen im Verdacht, einen Terroranschlag geplant zu haben. Franco A. war im französischen Illkirch stationiert gewesen und hatte ein Doppelleben als Flüchtling geführt.

Nach Angaben von Verteidigungspolitikern soll einer der elf Soldaten, die der MAD auf dem Schirm hatte, bei einer Befragung rechtsradikale Ansichten geäußert haben, die personalrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Ob der Soldat die Bundeswehr bereits verlassen musste, ist noch nicht bekannt.

Das Verteidigungsministerium wolle keine weiteren Details zu dem Waffendiebstahl in Munster verraten. Ein Sprecher verwies auf die dazu laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Lüneburg. "Das Ermittlungsverfahren in Lüneburg richtet sich nach wie vor gegen unbekannt", betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.