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13. Dezember 2016

Köln

Zehnmal mehr Polizisten als im vergangenen Jahr

In Köln wollen Stadt und Polizei für ein sicheres Silvester sorgen. Am Dom sind Böller verboten, dafür gibt es eine Lichtinstallation.

  1. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Polizeipräsident Jürgen Mathies Foto: dpa

Kein Ereignis der vergangenen Jahrzehnte hat das Image der Millionenstadt Köln weltweit so sehr beschädigt wie die massenhaften Straftaten in der vergangenen Silvesternacht. Mit einem abgestimmten Sicherheitskonzept wollen Polizei und Stadt beim bevorstehenden Jahreswechsel dafür sorgen, dass sich die schockierenden Übergriffe am Hauptbahnhof und am benachbarten Dom nicht wiederholen. Das Konzept wurde am Montag vorgestellt.

Rund um den Kölner Hauptbahnhof war es damals zu chaotischen Zuständen und vielen Straftaten gekommen. Entfesselte Männergruppen bedrängten und bestahlen Frauen. Zeugen beschrieben die Täter als arabisch und nordafrikanisch. Wie sich herausstellte, waren viele Flüchtlinge darunter. Köln geriet danach weltweit in die Schlagzeilen.

"So etwas darf sich nicht wiederholen und deshalb werden wir als Polizei alles daran setzen, dass die Menschen den Ausklang des Jahres 2016 friedlich und sicher auf den Kölner Straßen und Plätzen feiern können", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies. Allein 1500 Beamte der Landespolizei sollen im Einsatz sein; in der vergangenen Silvesternacht waren es 140. Drunter befinden sich allein fünf Hundertschaften der Bereitschaftspolizei. Mehr als 300 Beamte werden in Leuchtjacken gekleidet in der Silvesternacht am Dom, durch die Altstadt und an beiden Rheinufern patrouillieren– ihre Präsenz soll den Feiernden das Gefühl einer Sicherheit vermitteln. Die Bundespolizei kündigte an, sie werde mit etwa 800 Beamten in Bahnhöfen und Zügen in Nordrhein-Westfalen unterwegs sein. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ungefähr das Fünffache. Die Stadt Köln stockt ihre Ordnungskräfte – auch mit privaten Sicherheitsdiensten – auf rund 600 auf. Die Polizei setzt auch auf mehr Videoüberwachung: Kameras sollen das Geschehen an Silvester live ins Polizeipräsidium übertragen. Um den Dom sind in einer neuen Schutzzone Böller verboten. Silvester 2015 war auf der Domplatte unkontrolliert Feuerwerk abgebrannt worden.

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Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, die Planung solle in Köln ein sicheres, friedliches und fröhliches Feiern ermöglichen. Die Menschen müssten "ihren Platz um den Dom zurückerobern können". Dazu gehöre eine spektakuläre Licht- und Klanginstallation des Berliner Künstlers Philipp Geist auf der Domplatte und der Westseite der Kathedrale. Zudem sind ein Mitmachkonzert des Chores Gospelcologne und ein Auftritt des Chores Grenzenlos oberhalb der Domtreppe und ein bengalisches Feuer auf dem neuen Rheinboulevard geplant. Der Kölner Dompropst Gerd Bachner begrüßte das Konzept. Er kündigte zudem einen eigenen Beitrag der Kirche: Erstmals werde das Bethlehem-Fenster des Doms am Roncalliplatz von innen her angestrahlt und die Menschwerdung Gottes hervorgehoben.

Autor: dpa/KNA/AFP