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04. Juli 2012

Diät mit dem Bürgermeister

40 Gottenheimer, darunter auch Volker Kieber, nehmen an einem Fitnessprogramm teil.

  1. Donut oder Apfel? Wer dauerhaft abnehmen will, muss nicht nur seine Ernährung umstellen, sondern auch viel Bewegung in seinen Alltag integrieren. Foto: dpa

  2. Zusammen haben die Gottenheimer abgespeckt. Foto: Schöneberg

GOTTENHEIM. "Gesund und fit in Gottenheim" heißt ein Projekt zur Verbesserung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit, bei dem 40 Bürger der Tuniberggemeinde zusammen schon etwa 500 Kilo abgenommen haben. Hierüber informierten die Initiatoren im Rathaus, parallel dazu stellte eine ortsansässige Firma ein neu entwickeltes Fitnessgerät vor.

Seit Januar gibt es das Angebot für Gottenheimer Bürger und Firmen, am 12 Wochen dauernden Programm "Gesumed" teilzunehmen und dabei die Leistungsfähigkeit zu steigern und Gewicht zu verlieren, erläuterte Bürgermeister Volker Kieber. Die Idee sei entstanden, als die Wirtschaftsregion Südlicher Oberrhein das Jahr 2012 unter das Motto "Gesund und fit" gestellt habe. Er selber könne das Programm nur empfehlen, so der Rathauschef, der damit rund 12 Kilo abgenommen habe.

Entwickelt wurde "Gesumed" von dem in Merdingen lebenden Arzt Hans-Peter Friedrichsen. Es gehe ihm darum, bei den Menschen das Bewusstsein für die Gesundheit zu wecken, die Gewichtsabnahme sei dann nur ein Nebeneffekt. Er wolle mit dem Programm gesunde Menschen erreichen, bevor sie krank werden. Aber auch Menschen mit Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck würden sehr von dem Programm profitieren. Grundlage, so Friedrichsen, sei eine eingehende Blutanalyse, die gesundheitliche Probleme und Mängel bei der Nährstoffversorgung aufzeige. Daraus und aus den Angaben der Patienten werde ein speziell abgestimmtes Ernährungs- und Bewegungskonzept erarbeitet. Das sei aber ganz klar keine Diät, vielmehr gehe es um eine Ernährungsumstellung und Erziehung, die Menschen sollen ein Gefühl für Lebensmittel und die enthaltenen Nährstoffe und Energiemengen bekommen. Die Ergebnisse seien zwei Jahre nach dem Start des Programms durchweg positiv. Viele Menschen könnten zudem ihre Medikation stark reduzieren, manche brauchen gar keine Medikamente mehr. Außerdem fühlten sie sich durchweg fitter und leistungsfähiger.

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Ebenfalls ein wichtiger Teil des Programms sei die Bewegung, ergänzt der in Gottenheim lebende Sportmediziner Hans-Peter Borschert, denn nur ein aktiver Muskel verbrenne Fett. Auch wenn viele anfangs mit dem Ziel abzunehmen mitmachen würden, höre er in seiner Praxis doch oft, dass die Teilnehmer nach Kursende sagten, sie hätten sich noch nie so fit gefühlt. Die Laborwerte seien stets besser und der Blutdruck gehe runter.

Dritter im (Fitness) Bund ist die Firma Carl-Stahl-Kromer aus Gottenheim, die eigentlich Federzüge für die Industrie herstellen. Mit dem "Pro-X-Walker" habe man das kleinste Fitnessstudio der Welt gebaut, erläutert Thomas Steinle. Zwei Handgriffe, befestigt an einem Seilzug mit Federwiderstand an einem Spezialgürtel ersetzen dabei die beim Nordic-Walking verwendeten Stöcke. Wenig Platz brauche der "Pro-X-Walker" und er sei gelenkschonend wegen der fehlenden Vibrationen, so Projektleiter Tobias Thieme. Eine Studie mit der Universität Stuttgart habe zudem bestätigt, dass die Trainingseffekte für den Oberkörper vergleichbar mit dem Einsatz von Walking-Stöcken seien.

Autor: Mario Schöneberg