Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

17. August 2012

Die Weltelite hautnah

Beim Sommer-Grandprix der Skispringerinnen und Skispringer in Hinterzarten starten auch fünf Athleten aus dem Schwarzwald.

  1. POLAND OUT Foto: usage Germany only, Verwendung nur in Deutschland

HINTERZARTEN. Sportlich geht es wieder heiß her an diesem Wochenende in Hinterzarten. Allerdings werden die Temperaturen dort oben im Hochschwarzwald um einiges erträglicher sein als in der Rheinebene. Angesichts von fast 40 Grad Celsius zwischen Offenburg und Lörrach bietet sich ein Ausflug zum Sommer-Grandprix der Skispringerinnen und Skispringer geradezu an – um die frische Bergluft zu genießen, aber auch, um die in Hinterzarten versammelte Weltelite des Sprungsports einmal hautnah zu erleben.

Das geht im Sommer besser als im Winter, denn die Atmosphäre in Hinterzarten ist geradezu herzlich und familiär, vergleicht man sie mit der bei den Weltcups im Winter. Schnee brauchen die Flugkünstler im erdnahen Raum natürlich nicht, denn sie starten auf einer bewässerten Keramikspur und landen auf ebenfalls regelmäßig mit Wasser besprenkelten grünen Kunststoffmatten – ein Verfahren, das in mehr als drei Jahrzehnten in Hinterzarten perfektioniert wurde. Die Skispringerinnen machen an diesem Freitag den Anfang. Um 20 Uhr beginnt ihr Einzelwettkampf. Er wird auch deshalb spannend zu beobachten sein, weil in Hinterzarten aller Voraussicht nach auch die Medaillengewinnerinnen der Olympischen Winterspiele von Sotschi starten. Bei Weltmeisterschaften dürfen die Frauen bereits springen, und 2014 in Russland wird ihr Sport dann erstmals auch olympische Disziplin sein – ein Lohn langer Aufbauarbeit, auch und besonders im Schwarzwald. Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer bringt ein siebenköpfiges deutsches Team an die Schanze, darunter Melanie Faißt und Svenja Würth vom SV Baiersbronn.

Werbung


Am Samstag um 20.30 Uhr erlebt die kleine Schwarzwaldgemeinde dann ihre Deutschlandpremiere. Erstmals gehen Frauen und Männer in gemeinsamen Teams an den Start – ein Experiment, bei dem ausprobiert werden soll, wie sich vergleichbare Weltcupspringen auch im Winter auf Schnee am besten austragen lassen. Jeweils zwei Frauen und zwei Männer eines Landes bilden dabei ein Team. Zum Abschluss des Grandprix-Wochenendes findet am Sonntag dann wieder der traditionelle Männer-Wettkampf statt. Er beginnt um 13 Uhr auf der Adlerschanze. Bundestrainer Werner Schuster kann auf insgesamt sechs Athleten zurückgreifen, darunter gleich drei, die ohnehin schon das ganze Jahr über im Schanzenzentrum Hinterzarten trainieren: den Breitnauer Andreas Wank (WSV Oberhof), den Freiburger Maximilian Mechler (WSV Isny) sowie Pascal Bodmer aus Stegen im Dreisamtal.

Bodmer, der für seinen Heimatverein SV Meßstetten startet, hat fast anderthalb Jahre nach seinem schweren Sturz im slowenischen Planica nun zumindest im Sommer den Sprung zurück in den ersten Kader der Skispringer geschafft. Er ist ebenso wie der Breitnauer Wank in bestechender Form. Beim Grandprix im französischen Courchevel sprang Wank am Mittwoch als bester Deutscher auf Platz zwei. Aber auch im Mixed-Team setzt die Schwarzwälder Trainingsgruppe Akzente: Mit Bodmer und Wank schaffte es das deutsche Quartett – komplettiert um Ulrike Grässler aus Klingenthal und Katharina Althaus aus Oberstdorf – in Courchevel auf Platz zwei. Nur das Team aus Japan war noch besser.

Zeitplan in Hinterzarten:
Freitag, 17 Uhr: Qualifikation Männer; 19 Uhr Probedurchgang Frauen; 20 Uhr Einzelwettkampf Frauen.
Samstag, 15 Uhr: Internationales Jugendspringen auf der Jugendschanze; 19 Uhr: Probedurchgang Mixed-Teamwettkampf Frauen und Männer; 20.30 Uhr Mixed-Teamwettkampf Frauen und Männer

Sonntag, 12 Uhr: Probedurchgang Männer; 13 Uhr: Einzelwettkampf Männer

Autor: Andreas Strepenick