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13. September 2017

"Bei mir wird spielerisch gestaltet"

Mein Garten und ich: Gisela Langner aus Donaueschingen hat große Freude an ihrer geordneten Wildnis rund ums Haus.

  1. Gisela Langner aus Donaueschingen mit ihrem speziellen Blattsalat aus dem Gemüsegarten und ihrem Kunstwerk „Hans und Grete“. Foto: Gabi Lendle

  2. Elemente aus runden Flußsteinen verschönern den Garten an vielen Stellen. Foto: Gabi Lendle

DONAUESCHINGEN (gal). "Hast du einen Garten und Bücher, dann hast du alles, was du brauchst", wusste schon Cicero. Und das weiß auch Gisela Langner aus Donaueschingen. Sie genießt jeden Tag des Jahres den Charme ihres Gartens. Den hat sie zusammen mit ihrem Mann Dieter in den 90er Jahren in der Talstraße angelegt.

Damals wurden im Anhänger tonnenweise Erde, Steine und ein großer Findling herangeschafft, denn die Familie hatte sich schon im Voraus Gedanken gemacht, wie ihr grünes Reich einmal aussehen sollte. "Wir hatten damals unsere Wünsche aufgelistet und damit einen Gartenarchitekten beauftragt. Allerdings mussten wir dann die kostspieligen Sachen weglassen, da unsere Vorstellungen den finanziellen Rahmen sprengten", erzählt Gisela Langner.

Gut zwei Jahre haben sie gebraucht, um alles zu pflanzen. "Seinen ganzen Charme hat unser Garten nach etwa zehn Jahren entfaltet, denn ein gewisses Alter muss jeder Garten haben, um zu wirken." Der Austausch von Erfahrungen und Pflanzen mit anderen Gartenfreunden waren Gisela Langner immer sehr hilfreich. Zudem lernte sie dabei stets nette Leute kennen.

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"Früher wollte ich einen strengen Zen-Garten haben, bin aber dann immer mehr von dieser Vorstellung weggekommen", erzählt Gisela Langner, die ihren Garten heute ohne Regeln gestaltet. Dennoch hat zum Beispiel der Frühjahrsgarten eine gewisse Ordnung, in dem sich Bodendecker mit Winterlingen und erste Frühjahrsblüher wie Märzenbecher und Storchenschnabel ausbreiten und auf großer Fläche für einen frisch-fröhlichen Eindruck sorgen. Der ganze Stolz ist die große japanische Zierkirsche, die jedes Frühjahr mit abertausenden von Blüten ausdrückt, dass sie sich hier total wohlfühlt.

Das bunt-grüne Reich wirkt in jedem Jahr etwas anders, und obwohl hier schon vieles am richtigen Ort gedeiht, findet Gisela Langner immer noch ein Plätzchen für jede neue und willkommene Pflanze. "Bei mir wird alles spielerisch gestaltet, denn ich habe Freude an der geordneten Wildnis rund ums Haus."

Ein kleiner Gemüsegarten für den täglichen Bedarf macht ebenso viel Freude und bringt obendrein noch den Genuss der eigenen Ernte.

Dass Gisela Langner auch ein Händchen für die Kunst und für kreative Ideen hat, das erfährt man bei einem Rundgang durch ihr zauberhaftes Reich. Die langjährige ehemalige VHS-Dozentin mit eigener Töpferwerkstatt im Haus hat in vielen Kursen ihr Wissen und Können weitergeben und auch vielen Kindern den Zugang zum Töpfern ermöglicht. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten galt der Gartenkeramik sowie schönen Gefäßen für Blumen und Pflanzen. Aber auch figürliche Kunst, wie ihre beiden "Hans und Grete" oder ihren Schutzengel, kann man in ihrem Naturgarten zwischen grünen Blättern hervorschauen sehen. Die Kunst hat hier ihre Spuren hinterlassen und ordnet sich an etlichen Stellen ohne großes Hervortun in die Natur ein, was ihre Wirkung aber nicht verfehlt. Die spannende Gestaltung zwischen streng geschnittenem Buchs und dem natürlichen Wachstum der anderen Pflanzen mit ihren ganz unterschiedlichen Blattformen und Farben begeistern Gisela Langner und ihren Partner Hans immer wieder aufs Neue. Nach dem Tod ihres Mannes Dieter ist er eine große Hilfe, denn er kümmert sich unter anderem um Bäume, Büsche sowie Hecken und kennt sich aus, da er selbst einen großen Garten besitzt. "Wir gehen in den Garten, wenn wir Lust dazu haben, und verrichten die nötigen Dinge mit Freude. An verschiedenen Genussplätzen, die wir uns eingerichtet haben, lassen wir unser Werk ruhen und haben Freude an der Natur, die uns rundherum umgibt." Ein traumhafter Teich mit rosafarbenen und gelben Seerosen sowie viele runde Steine unterschiedlicher Größe, zu schmückenden Elementen zusammengehäuft, kleine Bänkchen und Tische zeugen davon: Hier hat man Sinn und Freude für das Schöne im Leben.

Autor: skk