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14. Mai 2016

Integration fängt in der Schule an

Vier spezielle Klassen für Flüchtlingskinder in Donaueschingen / Schulamt: Kinder können sofort in reguläre Schulen.

  1. Kinder der Förderklasse für Flüchtlingskinder der zweiten und dritten Klassen im Kreis mit Lehrerin Maja Lang in der Erich-Kästner-Schule in Donaueschingen. Foto: Vollmer

DONAUESCHINGEN. Zeit zum Durchatmen und Reflektieren: Dass in der Notunterkunft die Flüchtlingszahlen mittlerweile kontinuierlich sinken, hat auch Auswirkungen auf die Schule, die die GUB-Stadträtin und ehemalige Schulleiterin Claudia Weishaar ins Leben gerufen hat. Zwar sind dort immer noch 60 ehrenamtliche Lehrer im Einsatz. Aber waren es in der Anfangszeit zwischen 400 und 500 Schüler, die in der Notunterkunft unterrichtet wurden, sind nun nur noch 50 Flüchtlingskinder in der Woche.

So bleibt nun auch Zeit, sich Gedanken über die Zukunft zu machen: "Wir wünschen uns eine größere Vernetzung mit den örtlichen Schulen", sagt Claudia Weißhaar. Mit der Erich-Kästner-Schule und der Eichendorffschule wird schon eine enge Zusammenarbeit gepflegt. "Nach sieben bis acht Monaten in Deutschland können die Kinder an einer Schule angemeldet werden", erklärt Weishaar. Und so gibt es sowohl an der Erich-Kästner-Schule als auch an der Eichendorffschule bereits zwei Klassen mit Flüchtlingskindern.

An der Erich-Kästner-Schule gibt es zwar zwei solche Vorbereitungsklassen, die Kinder werden jedoch nicht getrennt unterrichtet. Regulär werden sie in bestehende Klassen integriert und erhalten nur spezielle sprachliche Förderung. Schulleitern Renate von Witzleben ist begeistert vom Fortschritt, den manche Kinder in kurzer Zeit machen. Beispielsweise gibt es einen Schüler, der seit Januar am Unterricht teilnimmt und mittlerweile bis auf ein paar grammatikalische Fehler sehr gut deutsch spricht und an allen Klassenarbeiten regulär teilnehmen kann. Auch an der Eichendorffschule sind Flüchtlingskinder untergebracht. Während in der Grundschule gleich verfahren wird wie an der Erich-Kästner-Schule, werden die Kinder an der Werkrealschule in einer eigenen Klasse betreut.

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"Wir haben jetzt viele Kinder, die auch in die 'richtige' Schule wollen", sagt Weißhaar. Das könnte auch bald möglich sein. Die Information ist zwar noch nicht offiziell an die Verantwortlichen in der Notunterkunft weitergeleitet worden, aber es gibt ein entsprechendes Schreiben des Schulamts. Darin wird formuliert, dass Flüchtlingskinder nicht erst in der Anschlussunterbringung eine reguläre Schule besuchen können, sondern sofort. "Wenn das bekannt wird, gibt es viele, die das auch wollen", meint Weißhaar.

Doch nicht nur die Erich-Kästner-Schule und die Eichendorffschule werden dann gefordert sein: Mario Mosbacher, Direktor des Fürstenberg Gymnasiums, hält es für sinnvoll, Kinder nach ihren Fähigkeiten auf die Schulen zu verteilen und dann auch am Gymnasium sprachlich zu fördern. Planungen, um ebenfalls Flüchtlinge in den Schulalltag integrieren zu können, laufen bereits.

Autor: bz