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05. Dezember 2009

Jäger wollen besseres Image

Nach Waffenkontrollen und zersägten Hochsitzen hoffen Waidmänner auf mehr Verständnis

  1. Förster Manfred Fünfgeld und Jäger Dieter Schiemann im Revier Foto: BZ

BAAR (bea). Jäger und Jagdpächter haben zurzeit ein Image-Problem. In Donaueschingen werden sie neuerdings als Waffenbesitzer schief angesehen sowie zu unangemeldeten Waffenkontrollen und zusätzlichen Gebühren gebeten. Zudem werden sie auf der Baar immer wieder von selbst ernannten Wild- und Naturschützern provoziert, die Hochsitze und andere Jagdeinrichtungen zerstören. Jetzt blasen die Jäger zur Jagd gegen ihr schlechtes Image.

Die meisten der Jäger arbeiten hart und im Interesse der Natur. Sie schießen Wild, Rehe, Wildschweine oder Füchse, um die Wälder, die ohnehin vom Klimawandel und sauren Regen bedroht sind, vor zu starkem Verbiss zu retten und dem Wald auf die Beine zu helfen.

Dieter Schiemann etwa, der Landwirt im Ruhestand und einstige Pächter des Weiherhofs, ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Jäger. Er hat eine 600 Hektar große Jagd gepachtet, die von der Bahnlinie in Grüningen bis zur B 27 am Donaueschinger Flugplatz reicht. Schiemann kann nur den Kopf schütteln über die Übergriffe an Hochsitzen: Denn diese werden gebraucht, um die Wildpopulation in Grenzen zu halten.

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Gemeinsam mit Revierförster Manfred Fünfgeld erläutert Schiemann vor Ort, "dass Wild und Wald im Gleichgewicht sein sollen." Wenn zu viel Wild durch die Wälder streift, bekommt der Forst regelmäßig Probleme, weil gerade junge Pflanzen an verbissen oder von alten Rehböcken "gefegt" werden: Die Böcke markieren mit Duftstoffen ihr Revier und schaben die Rinde an jungen Bäumen ab, so dass diese eingehen.

Manfred Fünfgeld ist aber sehr zufrieden, dass er einen Jagdpächter wie Schiemann hat. In Absprache mit diesem gelinge es regelmäßig, ausreichend Abschüsse zu tätigen, so dass die Wildbestände in Grenzen gehalten werden und damit die Schäden in den Schonungen. Während früher alle drei Jahre ein starrer Abschussplan vom Schwarzwald-Baar-Kreis vorgelegt wurde, werden jetzt vor Ort flexible Absprachen zwischen Forst und Jagd getroffen: mit Erfolg.

Dies betrachtet Kreisjägermeister Knut Wälde als äußerst positive Lösung. Das Jagdamt des Landkreises bekommt nur noch die getätigten Abschüsse gemeldet. Freilich gefalle dies nicht allen, aber immerhin bedeute die neue Lösung eine Verwaltungsvereinfachung die Erfolg habe. Der bald 70-jährige Kreisjägermeister glaubt, dass das Image der Jäger gar nicht so schlecht sei. Er ist überzeugt, dass die Jäger und Jagdpächter gute Arbeit leisten und ihren Auftrag ernst nehmen.

Wälde ist Naturschutzbeauftragter im Landkreis Rottweil und im Schwarzwald-Baar-Kreis. Er weiß, dass die Jäger eine wichtige Funktion haben, viel Geld investieren und einen großen Aufwand treiben müssen, wenn es um die Regelung von Wildschäden geht. Er selbst habe sich auch dafür eingesetzt, dass die Jagdsteuer des Landkreises gestrichen wird: Im Gegenzug wollen die Jäger wieder aktiv werden und Fallwild, das durch den Straßenverkehr verletzt wurde, entsorgen.

Dieter Schiemann ist täglich im Revier. Am frühen Morgen sitzt er bereits mit seinem Hund Rowdy, einem Terrier, auf dem Hochsitz, um zu schießen und die Absprachen mit Förster Fünfgeld einzuhalten. "Das ist Vertrauenssache" so Fünfgeld, der weiß, dass zehn bis zwölf Rehe im Jahr eine gute Zahl für das Revier sind. "Wenn der Bock fegt, wird geschossen", sagt der Forstmann, der selbst auch ein begeisterter Jäger ist. Auf Schiemann könne man sich verlassen, lobt Fünfgeld. "Er schießt, wenn es erforderlich ist."

Schiemann schießt auch Füchse, die im Feldrevier an der Bundesstraße eine Rolle spielen: 25 bis 30 im Jahr deutet der Jäger an. Dies gefällt Fünfgeld zwar nicht so gut, denn immerhin sind Füchse für den Wald wichtig, weil sie die Mäuse im Zaum halten, die an den jungen Bäumen auch ihre Schäden hinterlassen, weil sie junge Wurzeln abfressen und so die Pflanzen zum Absterben bringen.

Dieter Schiemann bezeichnet sich als einen "konservativen Jäger". Das heißt: "Ich lege Wert auf gute Jagdkultur", so wie sie seit Friedrich Schillers "Wilhelm Tell" seit 250 Jahren eine "große Faszination in der Bevölkerung fand."

Autor: bz