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24. Februar 2012

Insgesamt fünf Kälteperioden in 30 Jahren

Werte der Station in Ebringen.

EBRINGEN (BZ). Es war eine sehr kalte Zeit, die auch der Breisgau in den vergangenen Wochen erlebte, aber: Es gab schon kältere in den vergangenen 30 Jahren und ein Indiz dafür, dass es doch keine Klimaerwärmung gibt, ist diese Kälteperiode nicht. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls Wilhelm Nobis, der seit 30 Jahren eine Wetterstation in Ebringen betreibt.

Die Kälteperiode vom 31. Januar bis zum 13. Februar dieses Jahres ist noch als sehr kalt in Erinnerung. Dabei waren die Lufttemperaturen in unserer Region, verglichen mit den Lufttemperaturen im Osten Deutschlands und in Polen, der Ukraine und weiteren Ländern im Osten eher moderat, sagt der 80-jährige Wilhelm Nobis. Denn die tiefste Lufttemperatur betrug in Ebringen am 5. und 7. Februar jeweils "nur" minus 14,2 Grad Celsius. Auch sind in den dreißig Jahren seit Bestehen der privaten Wetterstation von Wilhelm Nobis wesentlich tiefere Lufttemperaturen gemessen worden. So war die tiefste Lufttemperatur seit 1982 am 12. Januar 1987 mit minus 20,3 Grad Celsius in der Kälteperiode vom 8. Januar bis 23. Januar 1987. Auch sei zu beachten, dass nicht allein die Zeitdauer einer Kälteperiode entscheidend ist, sondern auch deren Temperatur-Mittelwert.

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Fünf Kälteperioden, die länger waren als 10 Tage, hat Nobis seit 1982 gemessen:

30.12.1984 bis 19.1.1985: 21 Eistage; Temperaturmittelwert der Eistagperiode in Grad Celsius: -10,4
17. bis 28.2.1986: 12/-2,6
8. bis 23.1.1987: 16/-8,4
25.12.96 bis 14.1.97: 21/-6,4
31.1. bis 13.2.2012: 14/-7,0

Eistage sind Tage, an denen die Temperatur nicht über den Gefrierpunkt steigt. Bei den in der Übersicht aufgeführten Kälteperioden handelt es sich ausschließlich um Eistagperioden, die nicht durch einen wärmeren Tag unterbrochen wurden. Bemerkenswert ist für Wilhelm Nobis, dass vier der fünf Kälteperioden in die erste Hälfte der dreißig Jahre seit dem Bestehen der Messstation in Ebringen fallen. Zwischen 1997 und der diesjährigen Kältewelle, also seit 15 Jahren, gab es keine vergleichbar langen Kälteperioden.

Die diesjährige Kältewelle widerlegt laut Wilhelm Nobis "nicht den zweifelsohne vorhandenen Klimawandel, obwohl dies Gegner des Klimawandels gerne betonen". Ausreißer dieser Art werde es immer wieder geben. Wichtig sei die langfristige Betrachtung. Es wäre auch vermessen, mit den Daten von dreißig Jahren den Klimawandel belegen zu wollen, so Nobis, doch es "ist unverkennbar, dass der Trend seit 30 Jahren eindeutig in Richtung Erwärmung geht". Wilhelm Nobis verweist auf die auf seiner Homepage einzusehenden Tabellen und Werte. Er legt großen Wert darauf, dass seine Daten exakt gemessen und dokumentiert sind: "Die Diagramme lügen nicht, der Klimawandel ist da."

Info: Wer diese einsehen möchte, sei auf die Seite http://www.wetterwilli.de verwiesen.

Autor: bz