Inspiration aus China und Japan

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Fr, 25. Januar 2019

Ebringen

An die Landschaftsbilder ostasiatischer Künstler erinnern Anna Andris’ Werke im Winzerhof Ebringen.

EBRINGEN. Menschen mit der "zeitgenössischen Kunst im Dreiländereck" bekannt zu machen, hat sich der Ebringer Künstler und Galerist Hans Benesch zur Aufgabe gemacht. Und das nicht nur in seiner eigenen Galerie, dem Badischen Kunstforum in der Schönbergstraße 11, sondern auch im Winzerhof Ebringen. Hier fand nun die Eröffnung der mittlerweile 116. Ausstellung statt, deren Exponate zu den üblichen Geschäfts- und Öffnungszeiten besichtigt werden können.

An die Landschaftsbilder ostasiatischer Künstler erinnert fühlt sich der Betrachter der Bilder von Anna Andris-Schwindt nicht von ungefähr, lässt sie sich doch fast durchgängig von den großen Vorbildern aus China und Japan inspirieren. Und das bis hin zu den Materialien, die sie verwendet: Bambusfedern und Spachtel – ausdrücklich keine Pinsel -, mit denen sie ihre fantastischen und fantasieanregenden Geschöpfe auf feines Japanpapier oder Leinwand bringt. Es liegt im Auge des Betrachters, ob er die Geschöpfe ihrer Fantasie eher der Fauna oder lieber der Flora zuordnen will, oder aber beiden gleichzeitig. Denn mit ihren Mischformen knüpft die Künstlerin an die Jahrhunderte hindurch auch in der europäischen Malerei geübte Darstellung von Wesen und ihrer Umgebung an, die nicht einer speziellen Art zuzurechnen sind.

In einem aber hat sich Anna Andris-Schwindt die Betrachtungsweise ihrer asiatischen Vorbilder eindeutig zu eigen gemacht: Sie begreift die weiße Fläche nicht als bis zur letzten Ecke zu füllendes Feld, sondern geht von ihr als dem bereits vorhandenen Raum aus. In ihn hinein oder aus ihm heraus "schneidet" sie, wie sie erläuterte, die in ausdrucksvoller Farbigkeit dargestellten "Fundstücke", die sie wie zufällig und ohne Anspruch auf Sinn und Zweck auf die Fläche bringt. "Ich nutze die Freiheit der Kunst, um die Schöpfung weiterzudenken", so der Versuch ihrer Erklärung auf die Frage, was sie bei ihrem Tun motiviere. Allen Bildern, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ist eines gemeinsam: die große Liebe zur Natur und ihren Erscheinungsformen.

Zu ihrem ganz eigenen Stil hat die 1984 geborene Anna Andris nach einem Studium der Freien Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und einem Erasmus-Studium in Göteborg/Schweden gefunden. Ihre Arbeiten waren und sind in vielen Ausstellungen zu sehen und wurden von teilweise namhaften Institutionen in Karlsruhe und in der Schweiz erworben.

Die Ausstellung "Tuscharbeiten" mit Werken von Anna Andris ist bis 20. März zu den Geschäftszeiten im Winzerhof Ebringen, Sommerbergweg 1, zu sehen. Montag bis Freitag, 9 bis 12 und 13.30 bis 18 Uhr sowie Samstag, 9 bis 12.30 Uhr.