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07. November 2016

Beste Unterhaltung beim Heimatabend

Tanz und Theater sorgen bei der Trachten- und Volkstanzgruppe wieder für eine optimale Mischung.

  1. Beim Heimatabend in Egringen ging es im Theaterstück „Alli wie’s Lina“ zeitweilig recht turbulent zu. Foto: Cremer

EGRINGEN (cre). Zum Heimatabend der Trachten- und Volkstanzgruppe Egringen standen Volkstänze und ein unterhaltsames Theaterstück auf dem Programm. Nach der Generalprobe am Freitag fand die Premiere am Samstagabend im Egringer Rathaussaal vor voll besetzten Tischreihen statt. Auch die Vertreter anderer Trachtenvereine – wie der Trachtengruppe Zell im Wiesental oder des Markgräfler Trachtenvereins Kandern – sowie der Kreisobmann des Bundes Heimat und Volksleben Alfred Knauber gaben den Egringern die Ehre.

Der Abend begann mit einer Aufführung deutscher und europäischer Volkstänze, an der mal vier, mal fünf Tanzpaare teilnahmen. Immer wieder schön anzusehen die der "Vreneli-Tracht" nachempfundenen Kleider der Tänzerinnen. Die Tänze hatten so klangvolle Namen wie "Knödeldrahner" aus dem Bozener Land, "Tapporzer Kreuzpolka", die aus Slowenien stammt, oder "Schwedische Quadrille", deren Heimat, anders als ihr Name vermuten lässt, Mecklenburg-Vorpommern ist.

Von Tänzen eingerahmt gab es auch eine Ehrung, wir berichten darüber noch. Nach einer Pause, in der die Besucher Gelegenheit hatten, tief in den Lostopf zu greifen, öffnete sich der Bühnenvorhang zum Dreiakter "Alli wie’s Lina". Heidi Brunner verbringt inzwischen viel Zeit in wärmeren Gefilden, für die Trachtengruppe aber ist sie zur Stelle und übernahm eine kurze Einführung in das Stück und glänzte anschließend selber als "verfressene", immer leicht grantelnde Oma Rosi Klammer auf dem Hof ihres Sohnes Rainer, gespielt von Günter Scheurer.

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Im Mittelpunkt des Stückes steht Rainers Schwester Lina, verkörpert von Sonja Müller, der es allmählich reicht, für ihren einmal im Monat infolge übertriebenen Alkoholgenusses derangiert nach Hause kommenden Bruder dessen Magd und Laufmädchen zu sein. Es wird Zeit, dass sich dieser "Scheidungsgeschädigte" nach sieben fraulosen Jahren endlich wieder eine neue Frau sucht. Um die Sache zu beschleunigen, beschließen Lina und ihre Tochter Petra (Ronja Wenk), eine Kontaktanzeige aufzugeben. Aber auch der 50-jährigen Lina stünde eine neue Liebe gut an. Nur woher nehmen?

Doch das Glück erscheint in Gestalt des Flaschners Andreas Lottermann. Es funkt bei beiden auf Anhieb. Auch der Bauer findet ungewollt eine Frau. Anders als Fanni Hammer (Marianne Fischer), die aufgrund des Inserates erschienen ist und deren tief dekolletierte "Natur" der senile Großvater Herbert Klammer, herrlich abgedreht gespielt von Hubert Heller, ein ums andere Mal nur zu gern bewundert, bringt Claudia Schöner (Daniela Ritter) unplanmäßig als benzingeschädigte Autofahrerin zusätzlich Verwirrung in die eh schon auf dem Kopf stehende Familie. Vergrößert wird das Chaos noch durch Pfarrer Lukas Engel, gespielt von Thomas Hofer, der bei einem geplanten Sturz fast noch die Kulisse abgebaut hätte.

Alle wollen etwas von Lina: Eltern, Bruder und Tochter wollen sie auf dem Hof halten, der Pfarrer will sie als neue Haushälterin und Herr Lottermann will sie ganz für sich. Sehr turbulent wird es zum Ende hin, bevor jeder dann doch noch in etwa das bekommt, was er sich wünscht. Auch wenn Ilse Heller manchmal als Souffleuse helfend eingreifen musste, brachten die Akteure dieses textreiche Stück unter großem Beifall und häufigem Gelächter des Publikums bravourös über die Bühne. Die Darsteller glänzten mit Wortwitz und Situationskomik und konnten damit durchgehend auf provozierte Schenkelklatscher verzichten.

Am Samstag, 12. November, ist der Heimatabend noch einmal im Rathaussaal Egringen zu erleben, Beginn ist um 20 Uhr.

Autor: cre