Efringen-Kirchen

Fahrverbot: Mit Tempo 221 auf der A 5 erwischt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 21. Januar 2019 um 14:35 Uhr

Efringen-Kirchen

Ein Franzose, der im 120er-Bereich auf der A 5 bei Efringen-Kirchen erwischt wurde, bekommt ein dreimonatiges Fahrverbot. Das allerdings gilt nur in Deutschland.

"Im Tiefflug über die Autobahn", titelt die Polizei über das Ergebnis ihrer jüngsten Tempokontrolle auf der A 5 bei Efringen-Kirchen. Als die Autobahnpolizei Weil am Rhein am Sonntag die Geschwindigkeitsbeschränkung von 120 km/h auf der A5 zwischen Efringen-Kirchen und dem Anschlussdreieck Neuenburg überwachte, wurde gegen 21.30 Uhr tatsächlich ein Fahrzeug mit Tempo 221 km/h gemessen.

Der Fahrer war also 101 Kilometer zu schnell unterwegs. Der französische Autofahrer musste eine Sicherheitsleistung von über 1000 Euro hinterlegen, informiert die Polizei, und ihn erwartet ein dreimonatiges Fahrverbot.

Der Franzose bekommt auch ein Eintrag in die Verkehrssünderdatei in Flensburg, berichtet die Polizei auf BZ-Nachfrage. Allerdings darf er seinen Führerschein behalten und in Frankreich selbst und der Schweiz weiter fahren. "Das Fahrverbot gilt national", so die Polizei, also in dem Fall für ihn nur in Deutschland. Geriete er in eine deutsche Kontrolle in der Zeit des Fahrverbots, hätte er weitere Konsequenzen zu erwarten.

Umgekehrt wäre das aber ebenso, ein Deutscher, der in Frankreich mit dem Tempo erwischt würde, bekäme das Fahrverbot auch nur für Frankreich verhängt.

In der Schweiz ist es wieder anders. Dort gelten im Rahmen des Sicherheitsprogramms Via Sicura, das 2013 mit ersten Maßnahmen in Kraft trat, schärfere Regeln. Ein derartig erhöhtes Tempo wäre dort eine Straftat. Die Schweizer Polizei würde dem Fahrer gleich den Führerschein abnehmen und das Fahrzeug mit.

Der Vorfall wirft derweil eine andere Frage auf: In der EU ist man ja peinlich auf Gerechtigkeit unter allen EU-Bürgern bemüht. Wie gerecht ist es aber, wenn ein Franzose oder Deutscher im jeweils anderen Land weniger hart für den gleichen Tatbestand bestraft wird als ein Bürger des Landes?