In zehn Jahren aus einer "Wildnis" ein Gartenparadies geschaffen

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Sa, 12. Juni 2010

Efringen-Kirchen

Im Rahmen der Aktion "offene Gartentüren" laden morgen Bärbel Baumgartner und Franz Blender in ihr Refugium an der Schreinergasse in Egringen ein.

EGRINGEN (vl). Anders als bei einem einzelnen "Tag der offenen Gärten" will die "Aktion offene Gartentüre am Hochrhein" Interessierten zwischen April und November immer wieder die Gelegenheit geben, sich in anderen Gärten umsehen zu können. Am morgigen Sonntag ist es der Garten von Bärbel Baumgartner und Franz Blender in Egringen, der sich von 11 bis 18 für Besucher öffnet.

Wer Gärten wie geschleckt und ohne Unkräutchen mag, wäre in dem Hausgarten in der Dorfmitte Egringens allerdings falsch. Dieser Garten bietet ein Paradies, in dem Platz für pflanzliche und tierische Vielfalt ist. "Es muss nicht jede Laus gleich bekämpft werden", bringt Bärbel Baumgartner es auf den Punkt. Was nicht heißt, dass sie ganz auf Spritzmittel verzichten würde: Gegen den Buchsbaumzünsler hat sie die chemische Keule, wie sie einräumt, dieses Jahr bereits einsetzen müssen. Dabei achtet sie allerdings zum Schutz der Bienen darauf, dass zu einer Tageszeit gespritzt wird, in der sie nicht mehr fliegen, und darauf, dass nichts von dem Spritzmittel versehentlich auf eine Blüte gerät, von der Bienen Nektar saugen könnten.

Die Bienenstöcke sind denn auch eine Besonderheit des Gartens. So wie Gartenfreunde Ableger von Pflanzen ziehen, macht Franz Blender Ableger von Bienenstöcken, von denen sich mehrere im Garten verteilt finden. Ein Bienenvolk hat er in einem Schaukasten untergebracht, in dem Besucher am Sonntag das rührige Treiben in den Waben beobachten können.

Blickfang im Garten sind die Rosen. Man findet sie in allen Farben, schneeweiß, gelb, altrosa oder kräftig rot an Beeträndern oder die Hauswand hinaufkletternd. Ein besonderes Prachtexemplar überdeckt den Stamm eines abgestorbenen Baums.

Neben Büschen, Bäumen und blühenden Stauden finden sich in dem Gartenparadies auch Nutzpflanzen – in einem kleinen Beet wächst Salat, in mit Buchs und Liguster eingefassten Beeten haben unter anderem Kräuter ihr Revier.

Der Eindruck, dass die Gartenidylle eine lange Geschichte hat, täuscht allerdings. Der Bienenspezialist Franz Blender und die Webmeisterin Bärbel Baumgartner haben das Paradies – Schritt für Schritt – erst seit ihrem Umzug nach Egringen vor zehn Jahren aus einer Wildnis erschaffen. Dass sie aber nicht immerzu schuften, sondern das Entstandene auch genießen können, das zeigen mehrere lauschige Sitzplätze – und eine Hängematte. Genießen können das Refugium in der Schreinergasse am Sonntag auch die Besucher. Der Weg ist beschildert.

Mehr zu der Aktion offene Gartentüre findet sich unter http://www.irisparadise.com