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05. März 2009

Seltsam deplatziert wirkt sie ...

Der Ausguck bei den Isteiner Schwellen steht / Hauptamtsleiter Silbereisen fürchtet, er könne zur Partyplattform werden.

EFRINGEN-KIRCHEN (bcm/vl). Die Arbeiten an der Aussichtsplattform an den Isteiner Schwellen sind weitgehend abgeschlossen. Sobald sie baulich abgenommen ist, soll sie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Dies soll, laut Othmar Huppmann vom Regierungspräsidium Freiburg, in den nächsten Tagen oder Wochen der Fall sein.

Da steht es also, jenes Stahlgerüst, das bereits vor Baubeginn für reichlich Diskussionsstoff gesorgt hat. Für manchen Spaziergänger, der das Fleckchen Natur an den Schwellen liebt, wirkt die insgesamt 17 Meter lange Plattform seltsam deplatziert in der sonst so idyllischen Uferlandschaft. Sie befindet sich rund sieben Meter über dem Rheinwasserspiegel, dessen Höhe sich je nach Wasserlauf verändern wird. Die Plattform ragt rund drei Meter über das Ufer hinaus und soll laut Aussagen des Regierungspräsidiums eine neue Attraktion des Rheinufers darstellen und spannende Ausblicke über den Rhein bieten.

Durch die bevorstehende Kiesausbaggerung südlich der Schwellen, mit der das Rheinbett zum Hochwasserschutz insgesamt tiefer gelegt wird, werden die Isteiner Schwellen bald stärker überströmt. Von der Plattform aus habe man dann einen guten Überblick auf das Spektakel an den Schwellen, erklärt Othmar Huppmann, der die Plattform als "Kompromiss" bezeichnet. Die Plattform soll als Ausgleich dienen für die Beeinträchtigungen, die die Bevölkerung durch die Ausbaggerung des Hochwasserrückhalteraums in Kauf nehmen muss. Gleichzeitig wird an der Plattform eine Warnblinkanlage angebracht werden, die vor schnell ansteigendem Wasserpegel warnt und vom Betreiber des Märkter Stauwehrs, der Electricité de France (EdF) betrieben wird. Denn anders als auf der französischen Seite, kann auf der deutschen Seite das Betreten der Schwellen nicht verboten werden. Bei einer Öffnung des Stauwehrs müssen daher entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, damit die Besucher auf den Schwellen vor einem plötzlichen Pegelanstieg gewarnt werden können.

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150 000 Euro kostet die Plattform, Land und Bund teilen sich die Kosten. Für den Unterhalt wird die Gemeinde zuständig sein. Hauptamtsleiter Walter Silbereisen macht keinen Hehl daraus, dass er schon deshalb wenig begeistert ist von der Plattform. Er prophezeit, dass es "eine Partyplattform" wird, an der Jugendliche viel Müll und viele Scherben hinterlassen. Schon jetzt aber seien die Hinterlassenschaften der Besucher der Schwellen ein Problem. Jeden Sommer müsse man den Müll von dort Lkw-weise wegfahren. Auf die berechtigte Frage Silbereisens: Wer räumt dort unten auf? hat Othmar Huppmann freilich eine verblüffende Antwort: "das Hochwasser". Huppmann merkt aber auch an, dass auch der Grundstückseigentümer eine Verantwortung für das Gelände hat, was in großen Teilen das Land sei. Werde etwas angeschwemmt, das eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit sei, müsse es auf jeden Fall beseitigt werden. Die Befürchtung, dass an der Plattform gefeiert werde, sieht Huppmann gelassen. Auch heute feierten die Leute an den Schwellen, meint er, richteten Feuerstellen ein, hinterließen Müll. "Das ist kein neues Phänomen."

Autor: bcm